Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.09.2017


Motor News

Zwei Drachen fliegen wieder

Die exotische südkoreanische Allradmarke SsangYong will jetzt mit frisch formierter Importgesellschaft in Österreich neu durchstarten.

Der Rexton ist das Flaggschiff von SsangYong. Der bis zu siebensitzige SUV startet, rundum erneuert, in Österreich im kommenden Oktober.<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Werk</span>

© Der Rexton ist das Flaggschiff von SsangYong. Der bis zu siebensitzige SUV startet, rundum erneuert, in Österreich im kommenden Oktober.Foto: Werk



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Wien – Ein Exoten-Dasein führt die Allrad-orientierte Marke SsangYong derzeit in Österreich. Abgesehen vom Rexton, der sich seit seiner ersten Generation des Jahres 2001 optisch nicht wesentlich verändert, sich aber gerade damit Kontinuität bewahrt hat, war das Label – dessen Name „zwei (unzertrennliche) Drachen“ bedeutet – zuletzt durch den für europäische Begriffe etwas gewöhnungsbedürftig gestylten Rodius plakativ aufgefallen. Das war 2004. Dass es seit jüngster Zeit außer dem großen SUV, dem Van und dem (aktualisierten) Crossover Korando auch das subkompakte Sports Utility Vehicle Tivoli (2015) und dessen Langversion XLV (2016) gibt, ist ein wenig untergegangen.

Die Geschichte des 1954 gegründeten südkoreanischen Auto-Herstellers ist, abgesehen von einer nach wie vor bestehenden Technik-Kooperation mit Mercedes, geprägt von Partnerwechseln. Auf den Mischkonzern Daewoo (1997) folgte 2004 das chinesische Unternehmen SAIC (Shanghai Automotive Industry Corporation). 2011 ist der indische Autohersteller Mahindra & Mahindra eingestiegen. Nach einer Phase der Konsolidierung hinsichtlich Modellpolitik und -erneuerung – sowie Ersatzteilmanagement – sieht sich SsangYong stark und fit, die Märkte neu zu erobern. Angepeilt wird eine signifikante Steigerung der Zulassungen und damit der Präsenz.

Für Österreich ist der Marktanteil-Himmel zunächst mit einem Prozent (momentan 0,01 %) abgesteckt. Das soll bis 2020 mit dreißig Händlern erzielt werden, durch eine Neuformierung der Importeursgesellschaft. Diese besteht seit 2004 unter der Bezeichnung SYMA – eine Tochtergesellschaft der italienischen Koelliker-Gruppe mit Sitz in Mailand – und hatte bislang ihr Hauptquartier in Klagenfurt (Kärnten). Im Zuge einer Neuorganisation wird der Stammsitz nach Wien verlegt. Der Name bleibt, der erste Auftritt ist für die Vienna Auto Show (11. bis 14. Jänner 2018) angekündigt.

Bis dahin wird die Premiere der Neuauflage des Rexton, das Flaggschiff von Ssang­Yong, über die Bühne gegangen sein. Im statischen Sinn, er wird auf der IAA in Frankfurt (14.–24. 9. 2017) das Zugpferd der Südkoreaner sein. Optisch ist er wesentlich kantiger als bisher. Hier wirkt sich die Designverantwortlichkeit von Pininfarina aus. Das Interieur offeriert auf 4,85 Metern Außenlänge und einem Radstand von 2,865 Metern bis zu sieben Sitzplätze. Treibende Kraft ist ein 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 181 PS, heck- oder allradgetrieben, manuell über sechs Gänge oder automatisch über sieben Stufen geschaltet.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Im Zuge eines Probesitzens im würdigen Rahmen des Palais Coburg in Wien konnte man anschauen und angreifen, in welche Richtung Ssang­Yong gehen will: optische Präsenz, feine Qualität, hohe Zuverlässigkeit und Premiumanspruch. Das ausgestellte Topmodell hatte Leder, Holz und solide wirkende Verarbeitung an Bord. Das will SsangYong, nicht nur für den Rexton, auch für alle anderen Modelle inklusive des Pick-ups Actyon Sports mit der Gewährung einer Fünfjahres-Garantie beweisen. Der Preis wird, so SYMA-Geschäftsführer Alessandro Chieppi, auf der IAA bekannt gegeben.

Für die nahe Zukunft stellt SsangYong nicht nur eine Erweiterung der Verbrenner-Modellpalette, sondern auch einen – großen – Batterie-Elektriker in Aussicht. Über Hybride wird laut Auskunft von Brand Manager Maurizio Melzi gerade intensiv nachgedacht.




Kommentieren


Schlagworte