Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.12.2017


PSA

Neuer Schwung für die Marke DS

Der Name besagt schon alles: DS7 Crossback bedeutet ein klassisches SUV-Modell, edel, chic, technisch innovativ, ganz nach der Philosophie der französischen Edelmarke der Groupe PSA.

© WerkKurz vor dem Marktstart steht das nächste SUV aus dem Konzern Groupe PSA: der DS7 Crossback.



Von Peter Urbanek

Paris – Am Genfer Autosalon im vergangenen März stand der DS7 Crossback bereits unweit des Citroën-Stands, im Jänner 2018 wird auf der Vienna Auto Show der Startschuss zur Einführung in Österreich erfolgen, gemeinsam mit der Messepremiere des Citroën C4 Cactus. Im Juni dieses Jahres benutzte Präsident Emanuel Macron den DS7 exklusiv bei seiner Amtseinführung. Der DS7 hat im PSA-Konzern mehrere Brüder, etwa den 5008 von Peugeot. Es ist daher völlig logisch, dass in einem so großen Unternehmen das vorhandene Know-how sinnvoll verwendet wird. In diesem Fall nutzen beide SUV die EMP2-Plattform, auch der Bereich Standard-Motorisierung ist weitgehend ident. Doch dem DS7 Crossback wurde eine spezielle Aufgabe auf den Weg gegeben: die Etablierung französischer Luxus-Philosophie aus Mode und Kosmetik im Automobilbereich; die Herausforderung der Mitbewerber im Premiumsegment, sei es Audi Q5 oder BMW X3.

Der Geist der legendären DS von 1955 wurde schon im Design angerufen. Schlichte, gerade Formen, keine Sicken als störendes Element, zeitloses Design mit scharfen, grafischen Linien runden das Konzept ab. Dynamik soll der sechseckige Kühlergrill vermitteln, die Fahrzeuglänge beträgt 4,57 Meter, der Motor ist quer eingebaut. Dies macht trotz 20-Zoll-Bereifung aus dem Fahrzeug keinen wuchtigen Geländefreak. Geschmackvolle, aber gleichzeitig sinnvolle Details untermauern die Unverwechselbarkeit des DS7 im großen Umfeld der zahlreichen SUV-Mitbewerber.

Sobald der Fahrer das Auto öffnet, drehen sich LED-Elemente in den Scheinwerfern und leuchten rot. Lasergravuren in den Gehäusen der LED-Rückleuchten erzeugen spezielle Lichteffekte. Witzig mutet die Idee an, die Uhr der französischen Marke B.R.M. erst beim Druck auf den Startknopf herausschwenken zu lassen.

Zwei 12-Zoll-Bildschirme schmücken das Innere. Nr. 1 dient als Multimedia-Schnittstelle, auch für die Navigation, Nr. 2 stellt das digitale Kombi-Instrument dar. Vier Innenraumgestaltungen vermitteln allein durch ihre Namen den Geist der Seine-Stadt: Bastille, Rivoli, Faubourg, Opera, dazu ganz profan als Nummer fünf „Performance Line“.

Zur Markeneinführung trifft ein 1,6-Liter-225-PS-Turbobenzinmotor mit 8-Gang- Wandler-Automatik auf zwei Blue-HDi-Dieselaggregate: 2-Liter-180-PS mit 8-Gang-Wandler-Automatik oder 1.5-Liter-130-PS mit 6-Gang-Schaltung. Weitere Motorisierungen werden nachgereicht. Als Vorstufe zum autonomen Fahren auf Level zwei bietet DS das System „Connected Pilot“ an. Bei bis zu 180 km/h regelt es die Geschwindigkeit unter ständiger Beobachtung des Verhaltens anderer Verkehrsteilnehmer. Dies bewährte sich bei Testfahrten ausgezeichnet. Allradantrieb ist zunächst nicht vorgesehen, aber die bewährte „Grip Control“ von Peugeot, eine Sperre an den Fronträdern, wurde übernommen.

Leider steht die progressive Hybridversion des DS7 erst ab 2019 zur Verfügung, Testfahrten mit dem Prototypen beeindruckten vor allem bei der Beschleunigung. Ein aufgeladener 2-Liter-Benzinmotor mit 300 PS wird mit zwei Elektromotoren vorn und hinten mit je 70 kW gekoppelt. Die Hinterachse ist elektrifiziert, die 8-Gang-Automatik steuert Verbrennungs- und Elektromotoren, 60 km rein elektrische Reichweite müssten mit diesem Allradmodell möglich sein, die Ladezeit mit Kabel beläuft sich auf rund 2,5 Stunden.

Bewusst wird der DS7 als Topmodell dieser dritten französischen Linie der Groupe PSA auch in der Preisbildung entsprechend positioniert. Hier finden sich technische Innovationen, beispielsweise eine Kamera, die die Straßenoberfläche ständig bis 200 m im Voraus kontrolliert und die Empfehlungen an die Dämpfersteuerung weiter gibt – das berühmte DS-Schweben.

Preis-Einstieg ist mit 130-PS-Diesel und Schalter bei 36.190 Euro, die vorläufige Obergrenze liegt bei 42.690 Euro für den 225-PS-Benziner.




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