Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.12.2017


Dacia

Der Preisbrecher hat aufgerüstet

Renault-Tochter Dacia will mit der zweiten Generation des Duster auch das Image weiter aufpolieren. Mit neuen Technik- und Ausstattungsfeatures, die es bislang noch nicht gab.

© WerkBereits nach Jahreswechsel rollt der Duster der zweiten Generation zu den heimischen Händlern.



Von Walter Schrott

Athen – Ganz so ernst hatte es die Autowelt nicht genommen, als Renault vor Jahren mit der rumänischen Tochter Dacia aufgekreuzt war. Kein Image, langweiliges Design, magere Ausstattung. Das aber zu unschlagbaren Preisen und immerhin mit bewährter Renault- Technik. Und es hat funktioniert, denn inzwischen sind die Schnäppchen aus Graf Draculas Heimat fixer Bestandteil unseres Straßenbildes. Design, Ausstattung und Image haben Sprünge gemacht, die Preise nicht. So etwas schätzen die Autofahrer. Besonders gefragt ist der Duster, der im kompakten SUV-Segment zu einem absoluten Topseller geworden ist. Mehr als zwei Millionen Stück konnten seit 2010 weltweit abgesetzt werden. Jetzt steht der neue Duster in den Startlöchern. An der grundlegenden Architektur hat sich nichts geändert, aber bei Optik, Technik und Ausstattung jede Menge.

Offenbar haben sich die Designer ein bisserl an anderen Erfolgstypen orientiert. Das Blechkleid wurde ordentlich aufgebügelt. Die Frontpartie mit neuem Kühlergrill und neuen Scheinwerfern erinnert in Nuancen an den Land Rover Discovery Sport, die Heckleuchten ziemlich frappant an den Jeep Renegade. Insgesamt kommt der Duster damit deutlich attraktiver daher, auch wenn die Änderungen nicht radikal ausgefallen sind. Sogar für fesche Chrom-Applikationen hat es gereicht.

Mit gut 4,30 Metern Läng­e offeriert der Hochsitzer wie bisher vorn recht üppige Platzverhältnisse, hinten herrscht aber auch keine Enge. Das Kofferraumvolumen ist mit 478 bis 1623 Litern klassenüblich ausgefallen. Was man aber sofort sieht und spürt: Die Wertigkeit von Materialien und Verarbeitung hat zugelegt, die neuen Sitze sind straffer gepolstert und bieten mehr Beinauflage. Beste Konnektivität ist mit einem modernen Multimedia-System samt 7-Zoll-Touchscreen garantiert. Zudem waren die Akustiker am Werk, denn auch die Lärmdämmung hat sich verbessert. Und die Kunden müssen jetzt nicht mehr auf Ausstattungsfeatures wie Klimaautomatik, schlüssellosen Zugang und Assistenzsysteme wie den Totwinkel-Warner verzichten. Zudem sind Bergan- und Bergabfahr­hilfe, ein 4x4-Monitor und ein­e 360-Grad-Rundumsicht-Kamera im Programm. Damit wird klar, dass die Rumänen ihrem bedingungslosen Minimalismus abschwören und den Duster nicht mehr nur der Sparefroh-Gesellschaft schmackhaft machen wollen.

Alte Bekannte sind mit zwei Benzinern und zwei Dieseln unter der Motorhaube anzutreffen. Der 1,6-Liter-Benziner leistet 115 PS, der kleinere 1,2-Liter, dank Direkteinspritzung, 125 PS. Die Selbstzünderfraktion ist mit dem 1.5 dCi in den Leistungsstufen 90 und 110 PS vertreten. Die Diesel begnügen sich mit 4,4 bis 4,7 Litern pro 100 Kilometer, die Benziner verbrennen zwischen 6,1 und 6,8 Liter. Wie bisher hat der Kunde die Wahl zwischen Front- und Allradantrieb. Auf allen Vieren ist der Duster aber nur mit den beiden Benzinern und dem 110-PS-Diesel unterwegs. Eine perfekt ohne Zugkraftunterbrechung agierende 6-Gang-Doppelkupplungs-Automatik ist dem stärkeren Diesel mit Frontantrieb vorbehalten, sonst müssen – je nach Modell – 5 oder 6 Gänge manuell sortiert werden.

Bei ersten Testfahrten hat das Schnäppchen-SUV eine tadellose Talentprobe abgeliefert. Präzise Lenkung, komfortables Abrollverhalten, standfeste Bremsen, rätselfreie Bedienung. Und mit gut 20 Zentimetern Bodenfreiheit und dem modernen Allradsystem garantiert der Duster auch abseits fester Wege sicheres Vorankommen.

Es darf bereits bestellt werden, Marktstart ist im Jänner. Der Preis ist nach wie vor heiß. Los geht es bei 11.990 Euro (115 PS Benziner, Frontantrieb, Ausstattung Access). Das obere Ende der Preis­liste markiert der 110 PS Diesel samt Allradantrieb in der Topausstattung Prestige mit 19.790 Euro. Und wer sich dann noch alle verfügbaren Optionen einschließlich Ledergestühl gönnt, wird nicht mehr als 22.000 Euro berappen müssen. Damit bleibt der Duster Österreichs günstigstes SUV.




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