Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.12.2017


Motor News

Die reinste Materialschlacht

15 Neufahrzeuge mussten sich dem Euro-NCAP-Crashtest stellen, nur fünf überzeugten.

© ÖAMTCGeprüft werden die Autos auf Kriterien wie Erwachsenensicherheit, Kindersicherheit (beides Insassenschutz), Fußgängersicherheit und auf Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen.



Wien – Das härteste Urteil hatten der ÖAMTC und Partnerorganisationen für den Fiat Punto, und zwar anlässlich einer umfassenden Crashtestserie im Rahmen des Euro-NCAP. Der italienische Kleinwagen fiel glatt durch, er erhielt keinen einzigen der fünf angepeilten Sterne. Der Hauptgrund liegt darin, dass der Punto seit 2005 „praktisch unverändert“ (ÖAMTC) im Handel ist. Vor zwölf Jahren erhielt er noch vier Sterne, inzwischen wurden die Kriterien verschärft – und mit den neuesten Sicherheitsstandards kann das Modell nicht mehr mithalten. Dies gilt in erster Linie für das Fehlen von Fahrerassistenzsystemen. „Natürlich kann ein über so viele Jahre unverändert gebliebenes Auto nicht mit aktuellen Modellen mithalten“, erklärt ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang. „Zu kritisieren ist, dass der Hersteller sicherheitstechnisch nicht mehr nachgebessert hat.“

Besser, aber für den ÖAMTC nicht gut genug, schnitten sieben Fahrzeuge ab, die drei Sterne ergatterten: Alfa Romeo Giulietta, Dacia Duster, DS3, Ford C-Max und Grand C-Max, MG ZS und Opel Karl. Mit einem aufpreispflichtigen Sicherheitspaket kam der Toyota Aygo auf vier Sterne (Basis­ausstattung: drei Sterne), der Kia Stonic sogar auf fünf Sterne (Basis: drei Sterne).

Demgegenüber schnitt ein Drittel der teilnehmenden Neufahrzeuge bestens ab und erzielte auch mit dem Grundequipment fünf Sterne: BMW 6er GT, Jaguar F-Pace, Hyundai Kona, Kia Stinger und Toyota Yaris. „Der Test zeigt, dass ein hohes Sicherheitsniveau für die verschiedensten Fahrzeugklassen ohne Weiteres erreichbar ist“, befindet Lang. „Es kann nicht sein, dass man dafür bei einigen Modellen einen Aufpreis bezahlen muss.“ (hösch)