Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.12.2017


Motor News

Jeep wühlt sich durch Tirols Schnee

Die neue Compass-Generation behauptet sich in der winterlichen Alpenregion dank flexiblem Allradsystem.

© HöschelerDer neue Compass ist 4,39 Meter lang und ab 26.890 Euro verfügbar.



Von Markus Höscheler

Leutasch – Der Wettbewerb war zuletzt nicht untätig, was kleinere und kompakte Sport Utility Vehicles anbelangt. Kaum ein Hersteller leistet sich in diesem Revier noch die Absenz, ein paar Nachzügler holen schon im nächsten Jahr auf – wie Jaguar mit dem E-Pace. Jeep, eine besonders traditionsreiche Allradmarke, hatte im Kompakt-SUV-Bereich allerdings bis vor Kurzem nicht allzu viel zu melden. Das Publikum mied den Compass-Vorgänger – im Gegensatz zur Folgegeneration, die seit Mitte des Jahres im Handel ist. Rund 700 Stück wurden bisher verkauft, war von Seiten des Importeurs anlässlich einer Winterpräsentation des Compass im Inntal, im Kühtai und im Gaistal zu erfahren.

Traktionssicher geleitet der Jeep Compass auf die Hämmermoosalm im Gaistal (Leutasch).
- Höscheler

Was den Neuling so anziehend macht? Hier dürften mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Ein Erstes wäre das Design, denn die Formensprache nimmt gekonnt Merkmale des kleineren Renegade und des größeren Cherokee auf, der Kühlergrill zitiert auf voller Breite mit sieben vertikalen Stegen die Jeep-typische Front-Signatur. Ein zweiter Aspekt schlägt sich im Motorenportfolio nieder, das bekannte Benzin- und Dieselaggregate aus dem FCA-Konzern verwendet. Zwei Benziner mit 140 und 170 PS sowie drei Diesel mit 120, 140 und 170 PS bieten sich als brauchbare Gespannpartner für den Vortrieb an. Nicht alle sind von Haus aus mit einem Allradantrieb verknüpft, denn nicht jeden Kunden zieht es winters ins alpine Gelände. Für eine solch bescheidene Klientel hat Jeep die beiden Basistriebwerke parat (120-PS-Diesel und 140-PS-Benziner), jeweils in Kombination mit einem Sechsgang-Handschalter. Der kleine Selbstzünder bringt sich in dieser Kombination auch mit dem besten Durschnittsverbrauch in Stellung, und zwar mit 4,4 Litern Treibstoff je 100 Kilometer (am Prüfstand, CO2-Ausstoß: 117 g/km). Für den kleinen Benziner wiederum spricht der attraktivste Preis: 26.890 Euro in Verbindung mit der Basisausstattung Sport. Diese glänzt mit 16-Zoll-Stahlfelgen, Tempomat, Berganfahrhilfe, Stoffsitzen, manueller Klimaanlage, Spurhalteassistent und Uconnect-Multimediasystem mit fünf Zoll großem Touchscreen, Bluetooth-Funktion sowie USB-Anschluss.

Das empfehlenswerte Allradsystem Active Drive ist nur mit der höherwertigen Longitude-Ausstattung (17-Zöller, Parksensoren hinten, Dachreling, Abbiegelicht, anklappbare Außenspiegel) erhältlich, beim 140-PS-Diesel ab 34.890 Euro verfügbar. Hier gibt es dann auch das Geländeprogramm Selec Terrain mit vier unterschiedlichen Einstellungen. Hilfreich erwiesen sich diese Utensilien auf unterschiedlichen Fahrbelagen, wie wir im Kühtai, im Inntal und im Gaistal erfahren konnten: Regennasse Straßen, Eisglätte, beschneite Forststraßen – in allen Fällen gab es mit dem Compass ein sicheres, unkompliziertes Vorankommen. Nebenbei verwöhnte das Fahrzeug mit gediegenem Limited-Interieur, ansehnlichen Materialien, überzeugender Navigationsdarstellung und brauchbarem Platzangebot sowie einer bequemen Neungangautomatik. Wer noch Geduld aufbringen kann, wird im Laufe des nächsten Jahres die Möglichkeit haben, eine 170-PS-Trailhawk-Variante mit Untersetzungsgetriebe (Active Drive Low) zu bestellen.




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