Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.02.2018


Motor News

Es muss nicht immer Allrad sein

Mit der patentierten Grip Control bietet Citroën eine kostengünstige Alternative, die in den meisten Fällen der aufwändigen 4WD-Technik ebenbürtig sein kann.

© HerstellerAuch ein bloßer Vorderradantrieb kann winterfest sein, wie Citroën mit dem C3 Aircross samt Grip Control beweist.



Von Walter Schrott

Val d’Isère – Die Sache ist sonnenklar, auch wenn es stürmt und schneit: Wer mit einem allradgetriebenen Aut­o unterwegs ist, ist auf der sicheren Seite, wenn General Winter verrückt spielt. Und das ist vor allem in alpinen Regionen häufig der Fall. Dort ist die Dichte an Allrad­autos auch deutlich höher als im Flachland. Natürlich ist 4WD auch ganzjährig ein Vorteil. Beispielsweise bei Aquaplaning oder heftigem Seitenwind. Auf der Minusseite stehen aber der höhere Preis und mehr Gewicht. Jetzt bietet Citroën mit Grip Control für den neuen C3 Aircross ein­e kostengünstige Alternative zum Allradantrieb an.

Das Kompakt-SUV ist ausschließlich mit Frontantrieb zu haben. Das könnte Kunden, die sich vor dem Winter fürchten, abschrecken. Mit der Grip Control bläst Citroën zur Entwarnung. Die intelligente Traktionskontrolle wirkt über die Antriebsschlupfregelung, wird vom ESP-Rechner unterstützt und passt den Schlupf der Vorderräder an die Fahrbahnverhältnisse an. Damit ist der C3 Aircross herkömmlichen Fronttrieblern überlegen.

Mit fünf Fahrmodi kommt man durch alle Alltagssituationen. In der Einstellung Standard passt sich das System automatisch den Fahrbahnbedingungen an. Im Modus Sand (bis 120 km/h aktiv) erhalten beide Antriebsräder gleichzeitig Schlupf, um mühelos voranzukommen. Die Einstellung Matsch (bis 50 km/h) funktioniert wie ein Differenzial mit begrenztem Schlupf. Die Antriebskraft wird an das Rad mit der besten Haftung übertragen, um mühelos anfahren zu können. Eine Situation, die man von diversen Festen kennt, wenn in Wiesen geparkt wird und Regen die Oberfläche in eine Schlammwüste verwandelt. Die in unseren Breiten sicher wichtigste Funktion ist der Schneemodus. Dabei passt das System den Schlupf der Antriebsräder automatisch an die Straßenverhältnisse an. Der Fahrer kann entspannt auch im Tiefschnee anfahren. Sobald das Auto 80 km/h erreicht, wechselt das System in den Standard-Modus. Und wenn volle Power auf beide Räder gefragt ist, kann man das ESP auch komplett deaktivieren, bis es bei 50 km/h wieder auto­matisch den Wachdienst übernimmt.

Die Grip Control ist zudem mit einer Bergabfahrhilfe kombiniert, die per Taste auf der Mittelkonsole aktiviert werden kann und ab fünf Prozent Gefälle wirksam wird. Der Hill Assist Decent ist sowohl im Vorwärts und Rückwärtsgang als auch in Neutralstellung wirksam. Er „seilt“ bei kritischen Bedingungen das Fahrzeug automatisch im Schritttempo ab und verringert die Rutschgefahr erheblich. Bei eingelegtem Gang kann der Lenker das Tempo auch variieren.

Wir hatten Gelegenheit, die neue Technologie im tiefverschneiten Wintersportparadies Val d’Isère auf Herz und Nieren zu testen und sagen: „Chapeau!“ Der C3 Aircross hat sich auf Schnee und Eis mehr als achtbar geschlagen. Dass die Grip Control – vor allem wenn es beinhart über Stock und Stein geht – an die Qualitäten eines Allradantriebes nicht herankommt, ist klar. Aber: Das Versprechen von Citroën, dass damit 80 Prozent aller kniffligen Situationen im Alltag gemeistert werden können, würden wir glatt unterschreiben.

Wer sich diese moderne Technik im C3 Aircross (ab Modellversionen Feel und Shine) gönnen möchte, muss 731 Euro drauflegen. Darin enthalten sind dann aber auch die Bergabfahrhilfe und spezielle M&S-Ganzjahres­reifen samt Alufelgen.