Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.02.2018


Motor News

Schräge neue Welt

Mit dem Eclipse Cross steigt Mitsubishi in die Welt der SUV-Coupés ein. Ein durchaus ansehnliches Konzept, das sich überdies schon auf Schnee und Eis in Skandinavien bewährt hat.

© WerkAuffällig sind beim Eclipse Cross die Silhouette mit schräg stehendem Heckfenster und die scharf gezeichnete Front.



Von Franz Farkas

Geilo – Wer an Eclipse denkt, der sieht vor allem den Sportwagen, der in den 90ern auch hierzulande recht erfolgreich war. Die Namensgebung ist Programm, auch wenn es sich um einen komplett anderen Fahrzeugtypen handelt. Schon der Beiname „Cross“ weist auf ein Sport Utility Vehicle hin, das das Programm der Japaner neben dem ASX und dem Outlander ergänzen soll. Technisch herrscht durchaus Verwandtschaft, jedoch die Optik ist eigenständig. Eine eher kantige Front, eine Seitenlinie mit schräg abfallendem Heck sowie ein eigenwilliges Heck prägen die Optik des kompakten Autos. Im Innenraum geht es dagegen eher gemäßigt zu. Die Armaturen wirken aufgeräumt und übersichtlich, der siebenzöllige Touchscreen ist mittlerweile schon Standard in vielen Fahrzeugen und die Bedienung ist klar und eindeutig. Etwas antiquiert wirken die Wippschalter für die (optionale) Sitzheizung, sie ist schon vom Pick-up L200 bekannt und auch mit dicken Winterhandschuhen zu bedienen.

Die Platzverhältnisse sind für ein Auto dieser Klasse in Ordnung, auch wenn die Kopffreiheit hinten etwas eingeschränkt ist. Eingeschränkt ist auch die Sicht durch die schräge Heckscheibe, der darüber verlaufende Spoiler verstärkt dies noch. Der Kofferraum geht in Ordnung, die hintere Sitzbank ist nicht nur teilbar umzulegen, sondern auch verschiebbar, sodass bei Bedarf entweder mehr Kofferraum oder mehr Fußraum im Fond zur Verfügung stehen.

Auf der Motorseite setzt man auf einen aufgeladenen 1,5-Liter-Benziner mit 163 PS, ein 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS sowie 400 Nm Drehmoment und einer Achtgang- automatik wird im Herbst dieses Jahres nachgereicht.

Lieferbar sind sowohl ein Fronttriebler mit Sechsgang-Schaltgetriebe als auch ein allradangetriebenes Modell mit Automatik. Wie bei den Japanern üblich, handelt es sich um eine stufenlose CVT-Automatik, hier allerdings sind Schaltstufen hinterlegt. Der Allradantrieb hört auf den Namen S-AWC (Super All Wheel Control) und soll dank geballtem Einsatz von Elektronik viel an Sicherheitsreserven bieten. Die Regelung kommt aus dem Rennsport und verteilt die Kraft bei Bedarf nicht nur zwischen den Vorder- und Hinterrädern, sondern versucht auch mit gezieltem Bremseingriff mit Giermoment-Regelung, das Fahrzeug in der Spur zu halten. Bei einem umfangreichen Test auf den schneebedeckten Straßen rund um den Skiort Geilo im Norden von Norwegen sowie auf einem zugefrorenen See konnte das System unter die Lupe genommen werden. Das Ergebnis ist verblüffend. Auch in engen, rutschigen Kurven hält der Eclipse nahezu unbeirrbar seine Linie, man muss sich nur überwinden, am Gas zu bleiben. Dabei greift die Elektronik zwar spürbar ein, lässt aber dem Fahrer doch ein Gefühl für die Beschaffenheit des Untergrundes. Dazu kommt eine präzise Lenkung, die auch schnelle Korrekturen zulässt.

Je nach Ausstattung sind auch noch umfangreiche Assistenzsysteme mit an Bord, angefangen von der Distanzregelung, Fernlicht-Assistenten, Berganfahrhilfe, Einparkassistent und so weiter. Angeboten werden derzeit sechs Ausstattungsvarianten, wobei die beiden Basisversionen nur mit Frontantrieb und Schaltgetriebe erhältlich sind. Als Mix zwischen Front und Allrad erwartet man sich beim Importeur sechzig Prozent Allradler, wobei in den westlichen Bundesländern vermutlich wesentlich mehr 4WD-Modelle zum Verkauf gelangen. Eine Hybridversion ist derzeit noch kein Thema, die Technik wäre vom Outlander her verfügbar. Preislich beginnt der Eclipse Cross bei 25.900 Euro für die Basisversion (2WD) und endet bei knapp 39 Tausendern für die Topausstattung mit Allrad und Automatik. Lieferbar sind die Fahrzeuge sofort, zur Einführung wird es noch ein Modell „First Edition“ mit Carbon-Styling-Set sowohl als Zwei- als auch als Vierradversion geben, zudem ist das Basismodell bis zum 28. Februar um 23.900 Euro erhältlich.