Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.03.2018


Seat

Iberer drängt es zu mehr Sport

Der Höhenflug von Seat führt zur Geburt einer neuen Marke: Mit Cupra wollen die Spanier besonders leistungsfähige Modelle anbieten.

© WerkEin Kompakt-SUV mit stattlichen 300 PS und dazu passend martialischem Look? Damit ist der Cupra Ateca in seiner Klasse konkurrenzlos.



Von Johannes Posch

Barcelona – Das Konzept ist nicht neu. Fiat schuf mit Abarth schon vor Jahren quasi den Prototyp dafür, was Seat nun mit dem einstigen Performance-Label Cupra tut: Der interne Haus-und-Hof-Tuner wird zum eigenständigen Hersteller; samt eigenem Logo, eigener Markenbotschaft rund um den modernen Spaß am Autofahren und eigener Händler, die bereits dieses Jahr dafür sorgen sollen, dass der Cupra auch bei den Kunden ankommt. Auch eigene Kundenprogramme samt exklusiver Treffen und anderer Events sind in Planung. So weit, so Abarth. Der große Unterschied zu den schreihalsigen Italienern: Cupra wird wirklich eigene Modelle auf den Markt bringen.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Fürs Erste bleibt es, wie auch bei Carlos Erben, bei Autos auf Basis bestehender Mutter-Modelle. Dabei darf der erste Vertreter, der in Spanien auf die Bühne fuhr, noch nicht einmal das neue Logo tragen, sondern rollt noch mit Seat-S in die Schauräume: der Seat Leon Cupra ST R. 310 PS, Allradantrieb, Doppelkupplung und eine richtig böse Optik samt besserer Aerodynamik sollen ab Ende 2018 für einen fulminanten Spagat aus Alltagstauglichkeit und Rennstrecken-Spaß sorgen.

Das verspricht auch der ebenfalls noch für dieses Jahr geplante Cupra Ateca (man beachte: kein Seat mehr im Namen). Bei ihm wurde in Sachen „Cupraisierung“ bereits aus dem Vollen geschöpft. Das Fahrwerk mitsamt dem Setup der variablen Dämpfer ist neu, die optionale Bremsanlage vom Brembo sowieso und auch die Schalensitze und der volldigitale Instrumenten-Cluster sind Cupra-exklusiv. Dazu kommen diverse Karbonspoiler, eine vierflutige Abgasanlage ohne jeden Sinn für Understatement und neue Schürzen mit großen Lufteinlässen. Die sind nicht nur Show, sondern durchaus nötig. Dem unter der Haube lauernden 2,0-Liter-TSI-Motor mit stolzen 300 PS und bis zu 400 Nm maximalem Drehmoment soll ja immerhin nicht zu heiß werden. Im Zusammenspiel mit dem Allradantrieb und 7-Gang-DSG bietet der Cupra Ateca somit eine durchaus beachtliche 0-auf-100-Zeit von gerade einmal 5,4 Sekunden und einen Top-Speed von 245 km/h.

Auch über die weitere Zukunft der Marke wurde schon so manches verraten. Bis 2020 sollen insgesamt sieben Modelle auf den Markt kommen. Für 2019 beispielsweise sind ein Cupra Arona und ein Cupra Ibiza angedacht – je mit rund 200 bis 220 PS. Ob und in welcher Form sie aber wirklich kommen werden, ist noch nicht entschieden. Sehr wohl steht dafür fest, dass noch 2020 das erste komplett eigene Cupra-Modell vorgestellt und eingeführt werden soll. Dabei ist auch Elektrifizierung ein großes Thema innerhalb das topmotivierten und motorsportbegeisterten Teams. Plug-in-Hybride, die beispielsweise durch einen kräftigen E-Motor an der Hinterachse für mehr Power, bessere Traktion und gleichzeitig einen kleineren ökologischen Fußabdruck sorgen sollen, sind in Diskussion, ein reines E-Auto mit Fokus auf Sport und Spaß gar bereits beschlossene Sache.

Für den Marktstart sind in Österreich aus den bestehenden Seat-Partnern sieben Händler auserkoren worden, die als dezidierte Cupra-Niederlassungen fungieren werden. In Tirol wird diese Ehre Porsche Innsbruck zuteil. Das bedeutet aber freilich nicht, dass man die Autos mit dem Doppel-C-Logo nicht auch bei jedem anderen Seat-Händler wird kaufen und servicieren lassen können. Einzig Vorführer – ausgestellte Cupra-Modelle und explizit für die neuen Modelle geschulte Mitarbeiter sind allein bei den passenden Händlern garantiert vorzufinden.




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