Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.03.2018


Jaguar

Das dritte Jaguar-SUV fährt rein elektrisch

© WerkDen I-Pace bietet Jaguar in Österreich ab 78.380 Euro an.Foto:



Graz, Genf – Nun hat er es zur Serienreife geschafft: der I-Pace. Das Fahrzeug ist nicht nur von seiner Form her etwas Besonderes, sondern auch von seiner Antriebsart. Das coupéartige Sport Utility Vehicle verlässt sich auf die Kraft, die zwei Elektromotoren auf die vier Räder schicken, und auf den üppigen Stromspeicher – der Lithium-Ionen-Akku fasst 90 Kilowattstunden Kapazität und offeriert eine Normreichweite (WLTP-Zyklus) von 480 Kilometern.

Das ist ambitioniert, zumal es die beiden Elektroaggregate mit einem Leergewicht von 2,2 Tonnen zu tun haben. Gleichwohl garantieren die Triebwerke einen Sprint von null auf 100 km/h in 4,8 Sekunden und ein Höchsttempo von 200 km/h. Die beiden E-Motoren stehen zusammen für 400 PS und für ein maximales Drehmoment von 696 Newtonmetern.

Viel Wert hat Jaguar auf die Entwicklung des Akkus gelegt – dieser besteht aus 432 so genannten Pouch-Zellen, die über eine hohe Energiedichte und „überlegene Wärmeabfuhreigenschaften“ verfügen. Damit sei ein problemloser Betrieb selbst bei Extremtemperaturen – Polarkälte, Wüstenhitze – möglich. Das sind starke Ansagen, aber Jaguar verweist auf mehr als zwei Millionen Testkilometer mit einschlägigen Versuchsfahrzeugen.

An 100-kW-Schnellladestationen ist das Laden von null auf 80 Prozent in 45 Minuten möglich, in nur 15 Minuten könne auf diese Weise Energie für eine Reichweite von 100 Kilometern eingespeist werden.

Die Antriebseinheit des I-Pace ist schon eine außergewöhnliche. Selbiges gilt auch für die Karosserieform. Denn mit einer Länge von 4,682 Metern erfolgt eigentlich die Zuordnung zu den Midsize-Sport-Utility-Vehicles, aber der Radstand von 2,99 Metern legt ein Raumangebot offen, das eine Klasse darüber zu erwarten ist. Davon profitieren nicht nur die Insassen beider Sitzreihen, sondern auch das Ladeabteil. Netto offeriert dieses 656 Liter (brutto sind es 1453 Liter).

Der I-Pace ist nach F-Pace und E-Pace das dritte SUV von Jaguar, darf aber als erstes Modell das neue Touch-Pro-Duo-Infotainmentsystem verwenden. Außerdem offeriert der Hersteller für das Modell ein neues, großzügig bemessenes Panoramaglasdach, das in der Lage ist, dank spezieller Materialien Wärmestrahlen (Infrarot) und UV-Licht zu absorbieren, um ein nicht gewolltes Aufheizen des Innenraums zu verhindern.

Die Fertigung des Elektro-Allradlers I-Pace erfolgt beim Zulieferer Magna Steyr in Graz – hier lässt Jaguar auch den etwas kleineren E-Pace produzieren. Bestellungen nehmen Jaguar-Händler ab sofort entgegen, ab 78.380 Euro bieten diese den schnellen Stromer an. Messepremiere feiert der elektrische Jaguar auf dem Genfer Autosalon nächste Woche, der Marktstart dürfte in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen. (hösch)




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