Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 26.05.2018


Motor News

Drei Häferl für ein Halleluja

Ford präsentiert mit dem Fiesta Active das erste Mitglied einer neuen Crossover-Familie und mit dem Fiesta ST einen heißen Dreizylinder-Kraftzwerg.

© WerkDer höhergelegte Ford Fiesta Active ist für Leute, die es gerne etwas übersichtlicher haben wollen.



Von Walter Schrott

Nizza – Die Fiesta-Familie wächst. Mit dem neuen Fiesta Active wendet sich Ford an Leute, die die Vorteile von SUVs schätzen, nicht unbedingt aber einen waschechten Offroader wollen. Der fesche Fünftürer orientiert sich mit seinem serienmäßigen Body-Kit an den Design-Merkmalen dieser Spezies. Dazu gehören spezielle Stoßfänger – vorne mit integrierten Nebelscheinwerfern –, Seitenschweller, 17-Zoll-Aluräder und Radkasten-Verkleidungen. 19 Millimeter mehr Bodenfreiheit erlauben auch Ausflüge auf Schotterpfade, die erhöhte Sitzposition auf serienmäßigen Sportsitzen verschafft besten Überblick. Allradantrieb gibt es keinen, dafür eine Fahrdynamikregelung. Im Normal­modus wird die Basiseinstellung für ESP und Traktionskontrolle im täglichen Straßenverkehr abgerufen. Der Modus „rutschig“ stimmt die Elektronik auf kritische Verhältnisse ab und erhöht Stabilität und Traktion. Im Eco-Modus ist der Active spritsparend unterwegs.

Natürlich stehen für den Active alle bekannten Infotainment- und Assistenzsysteme zur Verfügung. Eine Dachreling gibt es auf Wunsch. Das Motorenprogramm umfasst den 1.0 EccoBoost-Dreizylinder-Benziner in den Leistungsstufen 85, 100, 125 und 140 PS sowie den 1.5 Vierzylinder-Turbodiesel mit 85 oder 120 PS. Alle Triebwerke sind mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe kombiniert, den 100-PS-Benziner gibt es auch mit einer 6-Gang-Automatik. Der neue Fiesta Active steht ab sofort bei den Händlern. Preislich geht es bei 17.650 Euro los.

Ein anderes Kaliber ist die dritte Generation des Fiesta ST. Der fällt in die Kategorie „Pocket Rocket“. Aus drei Zylindern presst der 1.5 Turbo-Benziner satte 200 PS. Damit glüht der ST in 6,5 Sekunden auf Tempo 100, erst bei 232 km/h endet der Vortrieb. Keine Spur von schmalbrüstigem Dreizylinder-Sound, der Kraftzwerg röhrt, blubbert und schnalzt wie ein großer Sechszylinder. Immer an Bord ist eine Fahrdynamikregelung mit den Modi „Normal“, „Sport“ und „Rennstrecke“. Motor, Lenkung, Gasannahme, Auspuff-Sound und die Regelsysteme passen sich dann per Knopfdruck an. Vorsicht: Das Rennprogramm ermöglicht zwar heiße Drifts, aber die Traktionskontrolle macht dabei Pause.

Das erste Rendezvous mit dem Fiesta ST auf kurvigen Passstraßen im Hinterland von Nizza hat uns das eine oder andere ehrfürchtige Halleluja entlockt. Der kleine Sportler lässt sich mit seiner direkten Lenkung präzise durchs Geläuf dirigieren. Das perfekt abgestimmte Fahrwerk stemmt sich wacker gegen Fliehkräfte und strotzt vor Agilität. Auch ein Verdienst der Vectoring-Technologie an der Hinterachse, die das Einlenkverhalten verbessert und die Fahrdynamik erhöht. Ford bietet damit 100 Prozent Spaßgarantie bei voller Alltagstauglichkeit. Der neue Fiesta ST ist ab Juli als Drei- und Fünftürer verfügbar. Ab 23.050 Euro ist man dabei, nach oben gibt es mit verlockender Zusatzausstattung (u. a. ein Performance-Paket mit Sperrdifferenzial und Launch Control) noch viel Luft.

Der Fiesta ST: Als Pocket Rocket werden vor allem die sportlicheren Fahrer auf ihre Rechnung kommen.
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