Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 24.06.2018


Motor News

Das Kaisers neuer Antrieb

Für das Modelljahr 2019 bekommt der Mitsubishi Outlander PHEV eine unscheinbare und doch tiefgreifende Frischzellenkur.

© WerkAußen beließen es die Designer für die sonst sehr umfangreiche Modellpflege des Mitsubishi Outlander PHEV bei Kleinigkeiten: Kühlergrill, Schürzen und Leuchten wurden allesamt geringfügig überarbeitet.



Von Johannes Posch

Marseille – Nicht mehr lang­e, dann fordern die immer strenge­r werdenden CO2-Grenzen in Europa ihr nächstes automobiles Opfer: den Mitsubish­i Pajero. Was das mit dem Outlander zu tun hat? Der Wegfall des Pajero bedeutet für die Marke mit den drei Diamanten nicht nur den Verlust einer alteingesessenen und lieb gewonnenen Ikone, sondern auch den Wegfall ihres aktuellen Flaggschiffs. Doch ein Nachfolger ist schon gefunden: der Outlander PHEV, der für 2019 gründlich überarbeitet wurde.

Äußerlich sieht man von diesem Schritt Markt-aufwärts erst noch wenig. Bis auf kleine Retuschen blieb das – zugegeben immer noch sehr eigenständige und moderne – Blechkleid fast unangetastet. Ganz anders sieht es darunter aus. Der alte Zweiliter Vierzylinder-Ottomotor wurde gegen einen brandneuen 2,4 Liter Vierzylinder-Benziner mit Atkinson-Zyklus ersetzt. Der ist effizienter, gleichzeitig um 14 PS stärker (135 Pferde sind es jetzt) und läuft zudem ein bisschen ruhiger als der Vorgänger. Ganz konnte man aber auch ihm das Heulen unter stärkerer Last nicht abgewöhnen.

Ebenfalls gründlich überarbeitet wurden die E-Komponenten des Plug-in Outlanders. Der hintere der beiden immer die Räder antreibenden E-Motoren (nach wie vor ein Alleinstellungsmerkmal des Outlanders in seiner Klasse) wurde ebenso um 10 Prozent kräftiger (vorn 82 PS, hinten jetzt 95) wie der Generator. Zudem wurde die Kapazität der Lithium-Ionen Akkus von 12 auf 13,8 kWh erhöht. Damit konnte die höhere Leistung ausgeglichen werden: Die E-Reichweite blieb gleich, auch wenn sie offiziell durch den neuen WLTP-Zyklus nun mit 45 Kilometern etwas niedriger angegeben wird als noch bei Anwendung des alten NEDC Protokolls. Da waren und sind es 54 Kilometer. Weitere Verbesserunge­n am Antrieb: Das Allrad-System bekam nebst der bisherigen Einstellungen „Normal“ und „4WD Lock“ die beiden Fahrmodi „Snow“ und „Sport“ spendiert, der rein elektrische Top-Speed liegt jetzt bei 135 statt zuvor 125 km/h und für perfekte Funktionsweise auch bei besonders niedrigen Temperaturen wird das Akku-Paket nicht mehr bei Bedarf nur gekühlt, sondern auch gewärmt. Zudem ist der Outlander, der schon zuvor via CHAdeMO-Ladestecker Schnellladen unterstützt hat (80 Prozent Akkuladung können in 25 Minuten „getankt“ werden), nun der erste Plug-in-Hybrid, der „Smart Grid ready“ ist. Sprich: Er kann Energie nicht nur aus dem Stromnetz entnehmen, sondern sie bei Bedarf auch wieder in selbiges zurückspeisen, sobald dieses das unterstützt. Zudem praktisch: die neue, im Kofferraum untergebrachte und somit zweite 230V Haushalts-Steckdose im Innenraum. Darüber hinaus sorgen im Innenraum verfeinerte Materialien – allen voran die neuen Sitze mit gestepptem Leder – für etwas mehr Noblesse. Hinterm Steuer sitzend fallen sodann die neuen Armaturen, der neue Gangwahlhebel und ein frisches Infotainment-System ins Auge, während das Popo-Meter dem Teilzeitstromer eine etwas feinfühligere Lenkung und besser ausbalancierte Fahrwerksabstimmung attestiert.

Unterm Strich wurde der Outlander PHEV also tatsächlich rundherum besser. Wie viel er dann allerdings genau kosten wird, wenn er im September zu unseren Händlern rollt, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Mitsubishi Österreich schätzt aber, dass er trotz Aufwertung keine nennenswerte Preiserhöhung im Vergleich zum Vorgänger durchmachen wird.




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