Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 15.09.2018


Motor News

Wildes aus dem Westen

Jeep ist in der Fiat-Chrysler-Gruppe die Sport-Utility-Vehicles-Hauptrolle zugeteilt. Die Aktualisierung der Modellpalette ist nun mit dem Cherokee komplett.

© WerkDem Jeep Cherokee wurde die Nase korrigiert. Neu geordnet ist das Motorenprogramm, upgedatet sind Ausstattung und Elektronik.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Donnafugata – Der Wildwest-Romantik bedient sich Jeep, wenn es um die Modellbezeichnungen geht. Ohne nun diskutieren zu wollen, ob „Indianer“ politisch korrekt ist oder nicht und ob das Leben in der Wildnis gar so romantisch war: Der Name „Cherokee“ bezieht sich auf einen der größten Stämme der amerikanischen Ureinwohner. Er macht innerhalb der Jeep-Modellpalette einen der größten Volumenanteile aus. Und schließt jetzt die Erneuerung, respektive das Update, der aktuellen Modellfamilie ab. Damit manifestiert die FCA-Gruppe das ikonische Offroad-Label als SUV-Häuptling unter den Konzernmarken, nachdem etwa Fiat (abgesehen vom Panda) als 4x4-Marke weniger glaubhaft rüberkommt.

Jeep liefert seit rund einem Jahr sukzessive Wildes aus dem Westen: Aktualisierung des Grand Cherokee (inklusive 710-PS-Trackhawk-Version), Neuinterpretation des Compass, Facelift und motorische Neuordnung des Renegade sowie Kompletterneuerung des Wrangler. Der Cherokee fügt sich in diese Familie jetzt auch optisch wieder homogener ein. Das polarisierende Front-Design, das ihm mit dem Modellwechsel von 2013 verpasst worden war, wurde deutlich zurückgenommen. Der Knick in den Kühlerrippen ist weniger kantig, die Leuchten-Schlitzigkeit reduziert.

Sein geliftetes Gesicht hat der Midsize-Indianer auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr hergezeigt. Jetzt war es so weit, auch die neuen inneren Werte zu demonstrieren. Als Terrain wählten die Italo-Amerikaner Sizilien, das in puncto Straßen nicht nur abseits der Hauptverkehrswege Wildwest-gerechtes Wildes zu bieten hat.

In Catania, am Fuß des Ätna, stand er samt LED-Scheinwerfern und -Heckleuchten sowie frisch aufgeräumtem, mit neuen Materialien versehenem Interieur parat. In den ausprobierten Versionen an Bord: die Top-Variante des aktuellen Multimedia-Systems mit 7-Zoll-Farbdisplay. Ebenso dabei: das komplettierte Programm an elektronischen Fahrassistenten inklusive (abschaltbarem) aktivem Spurhaltehelfer. Motorisiert waren im Prinzip alle Test-Probanden gleich: Jeep setzt jetzt einen nach Euro 6d Temp homologierten 2,2-Liter-Diesel (mit SCR-Kat) ein, kombiniert mit manueller Sechsgang-Schaltung oder Neunstufen-Automatik. Der Antrieb produziert entweder 150 oder 195 PS (350 Nm respektive 450 Nm). In Bezug auf die Allrad-Systeme, inklusive Hinterachs-Entkoppelung, ist auch der Cherokee wie gewohnt dreifach aufgestellt.

Die fähigste Abstufung gehört der Offroad-tauglichsten Ausstattungsstufe „Trailhawk“. Die ist aber erst ab kommendem Jahr orderbar, und fürs Erste bewies der Cherokee in den Versionen „Limited“ und „Overland“, jeweils mit Automatik-Getriebe, auf gewundenen Grobschotterpfaden im Hinterland zwischen Catania und Ragusa, dass er auch so unverändert ein Meister des Unwegsamen ist. Wobei er sich auf Asphalt durch deutlich feinere Manieren als bisher auffällig zeigt, die Federung bügelt Löchriges polterfrei aus, der Aufbau neigt kaum zum Verneigen, die Lenkung passt auch für befestigten Untergrund.

Souverän wirkt der Vortrieb mit 195 PS, wacker bewegt werden kann der 2,4-Tonner auch mit 150 PS. Wer auf Allrad verzichten kann: Es ist nun eine Frontantriebsversion im Programm. Ausgebaut wird dieses im kommenden Jahr um einen Turbobenziner, einen Zweiliter mit voraussichtlich 270 PS.

Marktstart ist am 4. Oktober. Ab-Preis für das derzeitige Einstiegsmodell, den 2.2 Limited 9AT: als FWD 54.990 Euro, als AWD 65.990 Euro.




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