Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 06.10.2018


Motor News

Die Zukunft in Sichtweite

Konservatives Design? Fehlanzeige. Konservative Technik? Ebenso wenig. Der Toyota C-HR zieht Blicke auf sich – ein Zwischenbericht zum TT-Dauertest.

Nichts für Puristen: Der C-HR von Toyota mit seinem futuristischen Design weiß die Blicke auf sich zu ziehen.

© ZollerNichts für Puristen: Der C-HR von Toyota mit seinem futuristischen Design weiß die Blicke auf sich zu ziehen.



Von Gregor Zoller

Igls – Im Spannungsfeld zwischen Dieselfahrverboten und hochpreisiger Elektromobilität sucht so mancher umweltbewusste Autokäufer noch immer nach praktikablen Lösungen für den nächsten Neuwagen.

Toyota hat sich hier in der jüngeren Vergangenheit einen Ruf als Pionier des massentauglichen Hybridantriebs gemacht und wirbt damit, genau die Lösung für besagte Zielgruppe im Portfolio zu haben.

Mit eigenwilligem Design haben uns die Autobauer aus Japan ja bereits über die verschiedenen Generationen des Prius vertraut gemacht, am Ende hat sich sogar eine gewisse Vertrautheit mit dem futuristischen Look des Hybrid-Musterschülers breitgemacht.

Seit geraumer Zeit sind wir erneut herausgefordert: Der C-HR setzt auf derselben Plattform die der Prius auf, kommt jedoch in wesentlich keckerem Aufzug daher. Die Mischung aus Coupe und SUV – das viel zitierte „Crossover“ – ist hier mit sehr viel Selbstbewusstsein umgesetzt. Man zeigt eben, was man hat.

Nicht nur das Aussehen ist Statement, auch das lautlose Dahingleiten im Elektromodus zieht beizeiten Blicke auf sich. Das fühlt sich mitunter schon nach Zukunftsmusik an, die jetzt schon die Hitparade stürmt. Die Lautlosigkeit zu erhalten, das sei erwähnt, erfordert etwas Gewöhnung und erhöhte Sensibilität am Gasfuß des Fahrers. So wird der Benziner allzu schnell aus seinem Schlummerzustand erweckt und von dem Elektroaggregat, am Ende seines Leistungsbereichs angekommen, zur Hilfe geholt.

Die Paarung des Benzinmotors und seines elektrischen Bruders kommt insgesamt auf eine Systemleistung von 122 PS, genug, um mit dem satten Drehmoment an der Ampel in Front zu sein, nicht genug, um zackig den Landstraßenkurs zu durchpeitschen.

In Summe aber ein stimmiges Gesamtkonzept, das sich auch in unserem TT-Dauertest bewährt und entspannte Fahrten von und zur Redaktion möglich macht. Stets mit gutem Gewissen, liegt doch der Verbrauch tatsächlich meist unter der Werksangabe.

Und klar ist auch: Wer sich für den C-HR entscheidet, will sich nicht verstecken. Ist auch gut so. Denn so ist ein Stückchen automobile Zukunft für alle in Sichtweite.




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