Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 01.12.2018


Motor News

Doppelt hybrider Exzentriker

Coupé verschmilzt mit SUV, Benzin- mit Elektroantrieb: Die trendige Interpretation des Crossover-SUVs ist den Japanern beim Toyota C-HR gelungen – es bleibt ein positiver Nachgeschmack.

© ZollerDie Abendsonne zum Abschied: Das weiche Licht umströmt die dynamisch-scharfen Kanten des Crossover-SUVs Toyota C-HR.



Von Gregor Zoller

Mieming – Design-Mainstream sieht anders aus. Die Karosserie des Toyota C-HR zieht Blicke auf sich, mächtig und gleichzeitig dynamisch rollt der Crossover aus Japan daher. Ein ausgeklügeltes Spiel der Formen prägt Front und Heck des hippen Japaners, die Coupé-Linie ist unverkennbar, das SUV auch.

Wer den C-HR sieht, denkt unweigerlich auch an den Prius, Toyotas Erstling in der Paarung solider Hybridtechnologie mit futuristischem Aussehen.

Dabei ist Toyota bei seiner sonstigen Modellpalette eher für optisches Understatement, Langlebigkeit und technische Raffinesse – vor allem eben mit Hybridantrieben – bekannt. Von der letzten Qualität konnten wir uns im TT-Dauertest eindrucksvoll überzeugen.

Die Kombination aus E-Motor und Verbrenner mit einer Systemleistung von 122 PS, noch dazu das stufenlose e-CVT-Getriebe, bedeutet stressfreies und erstaunlich dynamisches Fahren. Bei genügend Drehmoment dank E-Power lautet im „Coupé High Rider“ (dafür steht die Abkürzung C-HR) die Devise: volle Kraft voraus.

Hinzu kommt freilich, dass dank des Elektromotors die Stopps an der Tankstelle seltener sind und ein Wert knapp über 5 Liter Benzin pro 100 Kilometer, die einem der Hersteller verspricht, durchaus auch in der Realität zu erreichen ist.

Besonderes Augenmerk hat man bei Toyota auf das Fahrwerk gelegt, und das hat sich gelohnt: Mit sehr geringen Wankbewegungen lässt sich der Crossover munter durch die Kurven treiben, Fahrspaß garantiert. Die Auslegung würde sogar eine noch kraftvollere Motorisierung vertragen.

Seine Ausstattungslinien nennt Toyota C-Enter, C-Lub, C-Ult, C-Hic, hier gibt’s schrittweise Dinge wie 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Bi-Tone-Lackierung (bei unserem Testwagen ein attraktives Pearlrot Metallic gepaart mit brillantschwarzem Dach), Keyless Go, JBL-Soundsystem und einiges mehr dazu.

Im Alltagstest bei voller Besetzung fällt auf, dass die Kopffreiheit in zweiter Reihe trotz Coupéform ausreicht, die Beinfreiheit zumindest für kürzere Ausfahrten auch. Nur die nach oben gezogene Unterlinie der Seitenfenster, die optisch clever gelöst auch die Türgriffe der hinteren Türen verbirgt, bringt einen kleinen Nachteil mit sich: So sieht der Passagier, der sich gemütlich in die ebenso gearteten Rücksessel lehnt, primär eines: schwarze Plastikverkleidung.

Mit 377 Litern Kofferraumvolumen lässt sich bei sparsamem Einpacken auch das Urlaubsgepäck der ganzen Familie unterbringen, beim Urlaub zu zweit reicht’s allemal.

Je nach Ausstattungsvariante bewegt sich die Hybrid-Variante des Toyota C-HR bei einem Startpreis von 28.100 bis 31.700 Euro, momentan gibt’s einen Aktionspreis um jeweils 1000 Euro weniger.

Wir sehen dem Crossover-Hipster aus Japan mit durchwegs positiven Eindrücken hinterher, wenn er mit seinen charakteristischen Bumerang-Rückleuchten den TT-Fuhrpark verlässt.