Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.04.2019


Motor News

Jaguar F-Pace SVR: Akribisch auf Krawall gebürstet

Aus der SVO-, der Tuning-Abteilung von Jaguar Land Rover, stammt der F-Pace SVR. Die 550-PS-Version inkarniert den Titel „Performance-SUV“.

Performance-SUV für Benzinbrüder und -schwestern: Der Jaguar F-Pace SVR krallt sich mit 550 PS aus einem 5,0-l-V8-Kompressor in den Asphalt.

© WerkPerformance-SUV für Benzinbrüder und -schwestern: Der Jaguar F-Pace SVR krallt sich mit 550 PS aus einem 5,0-l-V8-Kompressor in den Asphalt.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Saint-Tropez – Als Jaguar, renommiert für sehnig-schlank­e sportlich-dynamische und bodennahe Edel-Gefährte, ins SUV-Segment einstieg, stellte die Großkatzen-Marke das unter die Prämisse „Performance“. Im F-Pace, der 2016 debütiert hat, wurde das von Chef-Designer Ian Callum in eine nicht allzu hochstöckige, muskulöse und sprungbereit wirkende Figur übersetzt, garniert mit reichlich Stil-Zitaten aus dem Zweisitz-Sportler F-Type. Zu einem Leistungs­angebot von 163 respektive 180 PS aus einem Vierzylinder-Diesel – Ersterer nur heckgetrieben, Letzterer wahlweis­e mit 4x4-Antrieb – bis zu 380 PS (aus einem inzwischen aus dem Antriebsprogramm gefallenen 3,0-l-V6-Kompressor-Benziner) servierte Jaguar familiäre Praxis-Attribute wie Fünfsitzigkeit und einen Kofferraum mit ab 650 und bis zu 1740 Liter Volumen. Anhand von Allradantriebssystem, geerbt von den Land-Rover-Konzernbrüdern, und einer Wattiefe von 525 mm muss die auf Asphalt orientierte Katze steinige und wässrige Passagen nicht scheuen.

Ab 127.800 Euro gibt es den F-Pace SVR.
Ab 127.800 Euro gibt es den F-Pace SVR.
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Die sind jedoch nicht das Terrain, wofür die neueste Variante des F-Pace, der SVR, gedacht und gemacht ist. JLR unterhält eine eigene Abteilung für Tuning, vielmehr (Luxus-)Veredelung und Individualisierung, genannt SVO, „Special Vehicle Operations“. Rund 700 Mitarbeiter haben bisher, abgesehen vom Range Rover Sport SVR – 575 PS – die Performance-Varianten des F-Type – SVR, 575 PS – und des XE – SV Project 8, 600 PS – kreiert. Dritter Performance-Typ im Bunde ist jetzt der F-Pace SVR. Leistungszentrum ist, wie in den bereits Genannten, ein Fünfliter-V8-Aggregat, via Kompressor aufgeladen. In der Hochbein-Katze resultiert das in einer Leistung von 550 PS (und 680 Nm Maximaldrehmoment), die via sportlich abgestimmter Achtgang-Wandlerautomatik portioniert wird und übers Allradsystem den Antriebsrädern zugeteilt wird. Damit allein ist es nicht getan, die SVO-Entwickler haben den F-Pace mit Akribie auf Krawall gebürstet. Das inkludiert, nebst nicht allzu plakativem Optik-Zierat – sieh­e die beiden bündig in den Heckstoßfänger eingepassten doppelflutigen Auspuff-Endrohre –, unter anderem: Aerodynamik-Paket von Stoßstange über tiefgezogene Seitenschweller bis Dachspoiler, Lufteinlässe auf der Motorhaube, geschmiedete Alu-Räder (Serie: 21”, Option: 22”), Titan-Auspuffanlage mit aktiver Klappensteuerung, aktives elektronisches Hinterachs-Differenzial, straffer abgestimmte Dämpfung/Federung, direktere Lenkung, Performance-Bremsanlage (v: 395, h. 396 mm), dazu, im Interieur, (festen Seitenhalt bietende) Sportsitze, -lenkrad plus Paddles und -schalthebel. Das ergibt, laut technischen Daten: 0 auf 100 in 4,3 Sekunden und Top-Speed von 283 km/h, bei einem Startgewicht von 1995 Kilo (ohne Fahrer). Daten, die Benzinbrüdern und -schwestern den Mund wässrig machen. Und nach Auslauf schreien. Dafür wählte Jaguar Südfrankreich, das Hinterland von Saint-Tropez. Das fein asphaltierte und rhythmisch trassierte Fahrbahn-Terrain – in der Vorsaison nahezu verkehrsfrei – zwischen der Côte d’Azur und den Gorges du Verdon ließ die Frage nach der Wahrheitsprobe der bescheinigten Beschleunigungsleistung und dem Ausloten der möglichen Endgeschwindigkeit erst gar nicht aufkommen. Bei idealen Wetterbedingungen wollte man mit der Katze ohnehin einfach nur tanzend von Kurve zu Kurve jagen, dazwischen die – kurzen – Geraden inhalieren. Antrittskraft ist spontan und immer da, die Einlenkschärfe ist gerade richtig, ebenso wie die Bisskraft der Bremsen, das Fahrwerk bleibt stets verdaulich, haut einen niemals ungebührlich ins Kreuz. Grollen, knurren, fauchen kann die Katze auch, krawallig ist sie aber in Wahrheit akustisch gar nicht.

Der Preis: ab 127.800 Euro, ab sofort bestellbar.

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