Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.06.2019


Motor News

Audi poliert seinen SUV-Riesen

Der Q7 wird mit der Modellpflege technisch ausgefeilter – um mit der neuartigen Premium-Konkurrenz aus Stuttgart und München bestehen zu können.

Neu geformt bei Q7 sind der Oktagon-Singleframe-Kühlergrill, die unteren Lufteinlässe, die Scheinwerfer und die Seitenschweller.

© WerkNeu geformt bei Q7 sind der Oktagon-Singleframe-Kühlergrill, die unteren Lufteinlässe, die Scheinwerfer und die Seitenschweller.



Von Markus Höscheler

Ingolstadt – Vordergründig wirken sie wie aus der Zeitgefallen; hintergründig sorgen sie für ein gutes Geschäft: die ganz großen Sport Utility Vehicles. Mit einer Länge von mehr als fünf Metern sind sie der Schrecken enger Parkgaragen und schma­ler Altstadtgässchen, die Hersteller-Buchhaltung freut sich aber bestimmt, wenn ein GLS der schwäbischen Stern-Marke oder ein X7 des bayerischen Propeller-Labels ausgeliefert wird. Gleichermaßen dürften die Überlegungen in Ingolstadt sein, der Firmenzentrale von Audi. Die Vier-Ringe-Marke hat mit Q7 der ersten Generation schon Mitte der Nuller-Jahre dieses Jahrhunderts zufriedenstellende Stückzahlen erzielt, die vor vier Jahren nachgeschobene zweite Generation hat sich weltweit immerhin gut 300.000-mal verkauft.

Da die Konkurrenz der Premiummarken aber nicht kleiner geworden ist, kommt die nun nachgereichte Modellpflege gerade recht. Sichtbar wird die Modifikation etwa am neu gestalteten Kühlergrill, an den nachgeschärften Seitenschwellern und am durchgehenden Chromband unterhalb der Heckleuchten. Ab Werk stattet Audi den überarbeiteten Q7 mit LED-Scheinwerfern aus, hat aber noch mehr in petto: Auf Wunsch gibt es HD-Matrix-LED-Licht und HD-Matrix-LED-Licht mit Laserlicht. Alle drei Ausführungen sorgen auf alle Fälle für eine sichere Ausleuchtung der dunklen Umgebung.

Technisch bedeutsam ist eine weitere Option: die elektromechanisch aktive Wankstabilisierung. Sie arbeitet mit einer Allradlenkung zusammen und soll das zügige Kurvenfahren so angenehm wie möglich machen. Das gilt außerdem für das Vorankommen auf unebenen Straßen. Verbunden ist das neue System mit einem 48-Volt-Bordnetz samt Akku, der über Rekuperation kraftstoffsparend geladen werden kann.

Serienmäßig ist jeder Q7 mit dem Quattro-Allradantrieb und einer elektromechanischen, geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung bestückt. Die zuvor erwähnte Allradlenkung, Teil des Fahrwerkspakets „Advanced“, sorgt für noch eindrücklichere Richtungswechsel – dann ist die Vorderachslenkung außergewöhnlich direkt im Verhältnis von 13,3 zu 1 übersetzt. Die Hinterräder können bei niedriger Geschwindigkeit bis zu fünf Grad gegensinnig lenken, bei höheren Tempi lenken sie gleichsinnig (in reduzierter Form) mit. Im ersten Fall reduziert sich der Wendekreis, im zweiten Fall erhöht sich nach den Vorstellungen von Audi die Fahrstabilität.

Den Standard-Q7, lieferbar als Fünf- und als Siebensitzer, bietet Audi mit drei Dreiliter-V6-Aggregaten an. Zwei davon sind aufgeladene Diesel mit 231 und 286 PS, die in der Lage sind, ein maximales Drehmoment von 500 bzw. 600 Newtonmetern zu stemmen. Den Sprint von null auf 100 km/h erledigen sie in 7,1 beziehungsweise 6,3 Sekunden, das Höchsttempo erzielen sie mit 229 bzw. 241 km/h. Noch etwas zügiger geht der 340 PS starke Sechszylinder-Turbobenziner ans Werk – dank 500 Nm Drehmoment beschleunigt er in weniger als sechs Sekunden von null auf 100 km/h, bis zu 250 km/h kann er schnell sein. Noch mehr Prestige verspricht schließlich das Derivat SQ7, versehen mit dem eben erst im SQ8 vorgestellten V8-Turbodiesel: Hier stehen 435 PS und 900 Nm Drehmoment im Datenblatt. Von null auf 100 km/h geht es in 4,8 Sekunden. Die erneuerte Q7-Generation kommt im Herbst auf den Markt.




Kommentieren


Schlagworte