Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.06.2019


Motor News

Die XCeed-Strategie

KIA ließ in Frankfurt den Vorhang fallen und enthüllte sein neuestes Modell: den XCeed – eine Mischung aus SUV und Coupé, ein Lifestyle-Auto. Preise gibt es noch keine.

Die goldene Mischung: Der neue XCeed vereint das Bewährte eines SUV mit dem sportlichen Charakter eines Coupés. Ab September ist er in Österreich erhältlich.

© KiaDie goldene Mischung: Der neue XCeed vereint das Bewährte eines SUV mit dem sportlichen Charakter eines Coupés. Ab September ist er in Österreich erhältlich.



Von Sabine Hochschwarzer

Frankfurt – Es ist ein bisschen so, wie wenn ein Baby erwartet wird. Nicht das Erstgeborene, aber ein weiteres: Der DJ sorgte über Lautsprecher für Herzklopfen, Chief Operation Officer Emilio Herrera ließ schließlich im Foyer der Europa-Zentrale die Hüllen fallen, als die Smartphones ausgerichtet waren. So sieht er also „in echt“ aus, der neue XCeed (gesprochen Exsied). Vom übersetzten Hinweis zum Ausstieg oder Notausgang allerdings keine Spur: Mit dem neuen Modell, einer Mischung aus KIA-Bewährtem, will der südkoreanische Autohersteller neue Kunden erobern. Mit der Idee dafür ging man schon länger schwanger. „Vom fertigen Design bis zum Start dauert es rund zwei Jahre, die Planungen insgesamt laufen aber bereits seit längerer Zeit“, beschreibt Stefan Wurzinger vom KIA Market Management. Heute denke man beispielsweise bereits an die Modelle für die Jahre 2025/2026.

Die Familie wächst also weiter, am Mittwoch eben mit einer neuen Crossover-Variante, bei der die Vorzüge eines SUV mit dem sportlichen Auftreten eines Coupés verbunden werden. Sprich: Interieur, Kofferraumangebot und höhere Sitzposition wie im SUV gepaart mit dymanischem Handling. COO Herrera spricht von Design und Fahrerlebnis, „ein Lifestyle-Modell“, sagt Wurzinger.

Wie der neue Lebensstil aussieht? Eine relativ lange Motorhaube, ein am Heck stark abfallendes Profil, eine markante Vorderansicht mit größeren Lufteinlässen als die Geschwister – insgesamt energisch, selbst auf der Bühne ohne Asphalt unter den bereiften Leichtmetallfelgen. Bis auf die Vordertüren wurde die Karosserie des XCeed komplett neu entwickelt.

Im Innenraum lässt sich die Verwandtschaft mit allen Ceed-Varianten der dritten Modellgeneration deutlich erkennen. Die große Neuerung im Neuen: In der höchsten Ausstattung gibt es einen digitalen Tacho und ein freistehendes großes 10,25-Zoll-Widescreen-Touchdisplay. Weiters beachtenswert: Der Gepäckraum ist um 31 Liter größer als beim Ceed und kommt mit 426 bzw. 1378 Litern Volumen fast auf das Niveau der in Europa meistverkauften SUV.

Apropos Europa: Produziert wird der XCeed in der Slowakei, im Werk in Žilina, der Heimat aller Ceed-Modelle für den europäischen Markt. In Südkorea wird man nach dem neuesten Modell also vergebens Ausschau halten.

Die Motorenpalette reicht von 85 bis 150 kW (115 bis 204 PS). Bei den Benzinern stehen drei turboaufgeladene Direkteinspritzer zur Wahl: ein Dreizylinder 1.0 T-GDI (88 kW/120 PS), ein Vierzylinder 1.4 T-GDI mit 103 kW (140 PS) und die 150 kW (204 PS) starke Topmotorisierung 1.6 T-GDI – mit einem maximalen Drehmoment von 265 Nm, ergibt also in 7,5 Sekunden von null auf Tempo 100. Weiters im Angebot: ein 1,6-Liter-Turbodiesel in zwei Leistungsvarianten mit 85 kW (115 PS) und 100 kW (136 PS).

Alle Motoren verfügen über ein Sechsgang-Schaltgetriebe und können bis auf den 1.0 T-GDI optional mit einem Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden. Ein Start-Stopp-System ist bei allen Ausführungen Standard.

Noch gilt es sich aber zu gedulden. Um auszuprobieren, was sonst noch alles im jüngsten Spross der Familie steckt. Der Hersteller zählt bereits vieles auf – unter anderem ein „äußerst leistungsfähiges Fahrwerk“. Mitte/ Ende Juli dürften dann die ersten XCeeds nach Österreich kommen, ab September auch erhältlich sein. Preislisten gibt es noch keine. Pressesprecher Gilbert Haake verspricht: „Natürlich wird sich der Preis nicht wahnsinnig weit weg von den ähnlichen Modellen bewegen.“




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