Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 03.08.2019


Motor News

Neue Corvette-Generation: Rasantes GM-Überbleibsel

Chevrolet lanciert eine neue Corvette-Generation – erstmals mit Mittelmotor.

Schnell war eine Corvette schon immer, dank neuem technischen Layout dürfte die Querdynamik entscheidend besser werden.

© HerstellerSchnell war eine Corvette schon immer, dank neuem technischen Layout dürfte die Querdynamik entscheidend besser werden.



Tustin – Mit dem Verkauf von Opel an die Groupe PSA und dem Rückzug der Basismarke Chevrolet hat sich der amerikanische Autoriese General Motors in den vergangenen Jahren zum Großteil aus dem europäischen Geschäft zurückgezogen. Lediglich mit Sportwagen bleibt GM offiziell auf dem alten Kontinent präsent, so auch mit der Corvette, deren Modellwechsel ansteht. Der Sportwagen wird in technischer Hinsicht völlig neu konzipiert, erstmals wird der Motor in der Mittelposition hinter den Sitzen eingebaut. Davon verspricht sich der amerikanische Hersteller eine bessere Gewichtsverteilung, eine Schwerpunktverlagerung nach hinten und somit sowohl längs- als auch querdynamische Vorteilsgewinne. Weitere Annehmlichkeiten sind eine bessere Sicht des Fahrers über die Fronthaube hinweg und die Verwendungsmöglichkeit von zwei Kofferräumen, die zusammen ein Stauvolumen von 357 Litern offerieren.

Den besagten Mittelmotor stellt in der Corvette Stingray ein 6,2-Liter-V8-Saugbenziner (traditionell als „Small Block LT2“ bezeichnet), der mit 495 PS und einem maximalen Drehmoment von 637 Newtonmetern sportliche Fahrleistungen verspricht. „Der LT2 wurde auf exzellent­e Drehmomentabgabe im unteren Drehzahlband und hoh­e Leistung im oberen Bereich ausgelegt und sorgt damit für ein faszinierendes Ansprechen des Gaspedals in allen Drehzahlbereichen“, gibt sich GM-Chefingenieur Jordan Lee überzeugt. Verbunden wird der Ottomotor übrigens mit Chevrolets erstem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe.

Was für künftige Corvette-Stingray-Kunden zusätzlich von Interesse sein könnte: Die Lenkübersetzung fällt direkter als bisher aus, das Verhältnis wird reduziert von 16,25:1 auf 15,7:1. So genannte eBoost-Bremsen sind nach Aussage des Unternehmens „präziser und tuningfähig“. Für manche Fahrbahnhindernisse – Schlaglöcher, Bodenwellen – dienlich ist die Möglichkeit, die Vorderachs­e um 40 Millimeter (innerhalb von 2,8 Sekunden) anzuheben. Ein elektronisches Sperrdifferenzial adaptiert das Drehmoment zwischen den beiden Hinterrädern, um eine optimale Kurvenstabilität zu garantieren. Mit der Produktion der Stingray wird Ende 2019 begonnen. (hösch)




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