Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 24.08.2019


Motor News

VW T6.1: Ein Kultauto profitiert von Digitalisierung

Volkswagen modernisiert sein vielseitiges T6-Modell in all seinen Varianten.

Für viele Sportler und Familien das nahezu perfekte Transportmittel: der T6.1, hier als Multivan.

© Für viele Sportler und Familien das nahezu perfekte Transportmittel: der T6.1, hier als Multivan.



Von Markus Höscheler

Amsterdam – Den ganz großen Sprung wagt Volkswagen noch nicht, die Elektrifizierung muss noch warten beim T6, dem vielseitigen Nutzfahrzeug. Eine solche ist zwar in Verbindung mit dem Kooperationspartner Abt angedacht (eine weitere elektrische Großraumlimousine firmiert intern als ID.Buzz, basierend auf einer anderen Plattform), aber noch nicht publikumstauglich. Gleichwohl hat VW bei der jetzt anstehenden Modellpflege, sichtbar in der Bezeichnung 6.1, an einigen Stellschrauben gedreht – wenngleich die angebotenen Motorisierungen konventionell ausfallen.

Beginnen wir beim Außendesign: Front- wie Heckbereich sind sanft geschärft worden, an der klaren Linienführung hat sich nichts geändert. Auffällig ist aber der noch größere Kühlergrill. Interessanterweise bleiben in den Basismodellen betagte Halogenscheinwerfer (H7) im Programm, gegen Aufpreis gibt es jedoch hochwertiges LED-Licht.

Besonders markant ist die Veränderung im Innenraum ausgefallen. Das Armaturenbrett erfreut mit völlig neuer Ausrichtung, hat bei höherem Equipment-Level Platz für ein volldigitales Instrumentarium und einen großen Touchscreen auf der Mittelkonsole. Vielgestaltig fällt die Auswahl an Infotainmentsystemen und Konnektivitäts-Niveaus aus. Hier bedient sich der T6.1 bei den VW-Konzern-weit genutzten modularen Infobaukästen 2 und 3 – hiermit demonstriert Volkswagen, dass das Unternehmen mit den neuesten Transportern der Konkurrenz mindestens mithalten kann.

Das gilt um nichts weniger in puncto Fahrerassistenzsysteme. Jedes Modell ist ab Werk mit einem Seitenwind­assistenten versehen, der ab einem Tempo von 80 km/h aktiv ist. Aktiv mitlenken können zusätzlich der Lane Assist, der Park Assist und der Trailer Assist – dank der Verwendung einer neuen elektromechanischen Lenkung, die die zuvor eingesetzte Servotechnik ablöst. Weitere Helferlein wie eine Verkehrszeichenerkennung und die Rückfahrkamera Rear View sowie der Ausparkassistent machen den T6.1 zu einem sehr sicheren Fahrzeug. Bei Probefahrten in den Niederlanden bewährten sich die Neuheiten in zufriedenstellendem Ausmaß, lediglich die Navigation überraschte manchmal mit verzögerten Fahrhinweisen.

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Erwartungsgemäß groß ist die Auswahl an Karosserien – vier Grundmodelle stehen im Programm: der Pkw-artige Multivan 6.1, der eher fürs Gewerbe gemachte Personentransporter Caravelle 6.1, der Transporter 6.1 (der wiederum als Kastenwagen, Kombi, Pritschenwagen und Fahrgestell lieferbar ist) und das Reisemobil California 6.1. Für den Transporter und den Caravelle sind zwei Radstände (3000 und 3400 mm) vorgesehen.

Bei den Motoren setzt Volkswagen auf Herkömmliches – in diesem Fall einen Zweiliter-Turbodiesel, zertifiziert nach der Abgasnorm Euro 6d-TEMP-EVAP, bestellbar in vier Leistungsstufen: 90, 110, 150 und 199 PS. Die beiden stärkeren Selbstzünder lassen sich mit 4Motion-Allradantrieb verknüpfen. Optional gibt es eine DSG-Doppelkupplung. Die Preise stehen noch nicht fest, Markteinführung ist im November.