Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.09.2019


Land Rover

Land Rover Discovery Sport: Allrounder fürs tägliche Abenteuer

Neue Plattform, Technik-Update und großzügige Ausstattung: So steckt der Land Rover Discovery Sport die Grenzen für kompakte Sport Utility Vehicles neu ab.

Der Land Rover Discovery Sport verzichtet auf martialischen Abenteuer-Look, kombiniert aber Offroad-Disziplinen mit hochkomfortablen Reise-Talenten.

© WerkDer Land Rover Discovery Sport verzichtet auf martialischen Abenteuer-Look, kombiniert aber Offroad-Disziplinen mit hochkomfortablen Reise-Talenten.



Von Stefan Pabeschitz

Barcelona – Der Discovery Sport hat sich gemausert: Fast 600.000-mal ging das bisher jüngste Modell von Land Rover in seinen bisherigen fünf Baujahren an den Mann und die Frau. Oder an beide: Der kompakte Allrounder versteht sich auch als Familien-SUV für alle Fälle. Damit das auch so bleibt, haben die Briten in allen Eigenschaften gehörig nachgebessert. Beginnend mit höherer Karosseriesteifigkeit, für das Kraxeln im Gelände nie zu verachten.

Das gelingt künftig, wenn möglich, noch leichter, dank der neuesten Generation der Traktionskontrolle mit Vorwahl für vier verschiedene Einsatzarten – Komfort, Sand, Gras/Schotter/Schnee, Schlamm – samt neuer Auto-Funktion, die sich selbst an den Untergrund anpasst. Alle Discovery-Sport-Modelle sind serienmäßig als Mildhybride ausgestattet, die 48-Volt-Starter-Generator-Einheit liefert nicht nur Zusatzschub beim Beschleunigen, sondern sorgt auch automatisch für nahtlosen Wechsel zwischen Verbrenner- und E-Antrieb im Stadtverkehr. Verbrauchsoptimierend neu abgestimmt wurden auch die Neungang-Automatik und der Allrad-Antrieb, der beim Dahingleiten selbsttätig die Hinterachse spritsparend entkoppelt und sie bei Traktionsbedarf innerhalb einer halben Sekunde wieder zuschaltet.

Im Außendesign ist der Discovery Sport glatter und schnittiger geworden, ist seiner Grundlinie mit hoher, ansteigender Schulterlinie und massivem, kombiartigem Heck aber treu geblieben. 897 bis 1794 Liter Stauraum sind für 4,6 Meter Außenlänge beachtliche Werte, dazu steht eine Bestückung mit fünf oder sieben Sitzen zur Wahl. In Reihe drei herrscht zwar keine Notsitz-Atmosphäre mehr, als Langstrecken-Unterbringung für Erwachsene empfiehlt sie sich aber dennoch nicht unbedingt.

Im Innenraum fällt sofort das neue, schlankere Layout im Cockpit auf. Hochwertige Materialien und das klare Bedien-Layout entsprechen der Ausrichtung des Discovery als Praktiker, er verzichtet also auf die komplett-digitalisierte Bildschirmarchitektur der teureren Range-Rover-Baureihe. Auch ihm ist aber mit dem Modellwechsel wieder ein Knüppel gewachsen – das Drehrad zur Automatik-Bedienung gehört damit endgültig zur Land-Rover-Geschichte.

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Die Lenkung ist, ganz dem Offroad-Geschmack der Kundschaft folgend, nicht allzu leichtgängig abgestimmt, hat gegenüber der Vorgänger-Generation merkbar an Präzision und Direktheit gewonnen. Verbessert haben sich außerdem die reinen Onroad-Eigenschaften: Der kompakte Discovery liegt deutlich satter auf der Straße, nimmt Kurven mit Pkw-artiger Gleichmut und hat auch bei Fahrkomfort und Geräuschdämmung zugelegt. Nur in allzu übermütig angesteuerten Kurven wird seine Masse spürbar, die Traktionskontrolle reagiert aber betont sanft und souverän darauf.

Im Gelände verblüfft der smarte Landy dann mit unbestechlichem Vortrieb selbst in scheinbar aussichtslosem Terrain – im Gegensatz zur früheren Schwerarbeit mit Untersetzungsgetriebe und sensiblem Gas-, Kupplungs- und Bremseinsatz allerdings völlig entspannt von der Elektronik orchestriert, als wäre es nichts, einen Zweitonner so über die Geröllhalden zu treiben.

Der 150-PS-Diesel als Basismotorisierung wirkt insgesamt ein wenig gemächlich, die beiden stärkeren Selbstzünder zu 180 und 240 PS erledigen ihren Job naturgemäß anstrengungsfreier. Überraschend leichtfüßig wirken die beiden Benziner mit 200 und 250 PS, deren lineare Drehmomententwicklung auch überraschend gut zu den Talenten des Discovery Sport passt. Die Preisliste beginnt bei geradeaus 40.000 Euro, allerdings sind da nur Vorderradantrieb und Handschaltung an Bord. Für das Komplettprogramm mit Allrad und Automatik sind 5950 Euro mehr fällig.