Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 19.10.2019


Motor News

Lexus RX 450h: Raumgleiter mit grünem Gewissen

Das Streben nach Perfektion und stetiger Verbesserung, raffiniert umgesetzt: Wie der Lexus RX Autofahren erholsamer macht – auch dank seines Hybridantriebs.

Über 300 PS und dennoch ein Entschleuniger – der Lexus RX 450h setzt seine Power im Dienste von entspanntem Fahren auf höchstem Niveau um.

© Über 300 PS und dennoch ein Entschleuniger – der Lexus RX 450h setzt seine Power im Dienste von entspanntem Fahren auf höchstem Niveau um.



Von Stefan Pabeschitz

Ibiza – Das Premium-SUV-Segment begründet zu haben, schreibt sich Lexus gerne selbst ins Stammbuch. Korrekterweise muss sich der 1998 erschienene RX den Pionierstatus aber mit der Mercedes M-Klasse teilen. Der Titel erstes Hybrid-SUV gebührt dem japanischen Nobel-Hochsitz allerdings ganz alleine – was 2005 noch eine Alternative war, ist inzwischen zum alleinigen Antrieb geworden: Der RX wird zumindest in Europa ausschließlich in der Hybrid-Variante 450h angeboten. Die Kombination aus einem 3,5-Liter V6 und zwei E-Motoren stemmt eine Systemleistung von 313 PS, der 288-Volt-Akku lädt im Fahrbetrieb selbsttägig, braucht also keine Steckdose. Das System wechselt nahtlos und unmerkbar zwischen Verbrenner- und E-Antrieb, im Schnitt werden 30 bis 40 Prozent der Strecken im elektrischen Null-Emissionsbetrieb zurückgelegt.

An der technischen Grundausstattung mit je einem E-Motor an Vorder- und Hinterachse plus der stufenlosen CVT-Automatik hat sich nichts geändert, die Verbesserungen liegen im Detail: Im Außendesign wurde dezent nachgewürzt, die Front- und Heckschürze wirken nun noch mehr in den Karosseriekörper integriert, Scheinwerfer und Rücklichter haben ein neues Layout erhalten. Das Gros der Neuerungen ist nicht sicht-, sondern erfahrbar: Mehr Karosseriesteifigkeit, sensiblere Fahrwerksabstimmung, neue Stabilisatoren, ein Dämpfersystem mit integrierter Reibungskontrolle und die Erweiterung der Assistenzsysteme summieren sich zu einem spürbaren Komfort-Update.

Weder seine fünf Meter Gardemaß noch die gut 2,2 Tonnen Gewicht lässt sich der RX anmerken, dank der direkten Lenkung verfügt er über äußerst präzise Handling-Talente. Dazu kommt eine außergewöhnliche Wank-Stabilität in den Kurven und ein Abrollkomfort, der selbst im Premium-Segment seinesgleichen suchen muss. Generell ist die Akustik-Dämmung auffallend gelungen, der RX filtert Außeneinflüsse perfekt und schafft für seine Passagiere ein wohliges Raumgefühl. Entschleunigung ist ein vielstrapazierter Begriff und für ein SUV mit über 300 PS eventuell auch widersinnig, trifft hier aber trotzdem zu: Der RX steht für ungehetzten Vortrieb, atmosphärische Ruhe und reueloses Dahingleiten.

Wer mehr Platz benötig, kann wie bisher zum elf Zentimeter längeren und siebensitzigen RX L greifen – die dritte Sitzreihe ist zudem längs um 95 mm verschiebbar. Als weitere Variante bleibt auch der RX F Sport im Programm, der trotz allem Komfortanspruch mit etwas strafferem Adaptivfahrwerk und volldigitalem Cockpit auch dynamischere Ansprüche erfüllen kann.

Besondere Erwähnung verdient sich eine neue Technik, die erstmals in den LED-Scheinwerfern zum Einsatz kommt: Der adaptive Fernlichtassistent arbeitet hier mit einer rotierenden Spiegelscheibe, die Reaktionszeiten von weniger als 50 Millisekunden für das Ausblenden einzelner Objekte im Lichtkegel ermöglicht – das System arbeitet somit wesentlich schneller, präziser und beherrscht auch multiple Detailausleuchtungen.

In Österreich startet das Hightech-SUV mit dem Rundum-glücklich-Komfort im Jänner in den Verkauf. Der endgültige Einstiegspreis liegt noch nicht fest, sollte aber unverändert knapp unter 70.000 Euro betragen. Die weiteren Preise werden spätestens im Dezember bekannt gegeben.