Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.12.2015


Nutzfahrzeuge

Neuauflage eines Vorzeigelasters

Nach neun Jahren Produktionszeit wurde Mitsubishis Alleskönner jetzt neu aufgelegt. Dabei blieb kein Stein auf dem anderen. Motor, Getriebe und Schminke – alles frisch.

© ZollerDer Mitsubishi L200 wirkt richtig erwachsen. Kein einziges Bauteil wurde vom Vorgänger übernommen.



Von Lukas Letzner

Schönberg – Es war wirklich höchste Eisenbahn, denn Mitsubishis Pick-up-Altmeister – der L200 – war schon ein wenig in die Jahre gekommen. Jetzt, nach über neun Jahren Produktionszeit, wurde das Lastentier auf den aktuellsten Stand gebracht, und an unserem Testwagen ist wirklich alles neu.

Beginnen wir bei der Optik. Der L200 wirkt jetzt richtig erwachsen. Mittels einfacher Maßnahmen hat man dem etwas kindlich wirkenden Gesicht Kanten verpasst, und schärfer gezeichnete Scheinwerfer (in unserem Fall Bi-Xenon-Leuchten) verleihen ihm einen strengeren Blick. Zudem baut die Pritsche etwas höher und die Doppelkabine wurde im Einstiegsbereich weiter nach hinten gezogen. Alles wirkt deutlich stimmiger und bedarf keinerlei Erklärungen. Gewonnen hat auch der Innenraum des L200. Die klar gezeichneten Armaturen und das mittig platzierte Info-Display wirken äußerst seriös. Wo früher Hartplastik das Material der Wahl war, sitzen jetzt lackierte Zierelemente.

Richtig aufregend wird es aber erst, wenn man einen Blick hinter die schicke Fassade des Arbeitstiers wirft. Die neue Maschine ist mit Sicherheit das Highlight des neuen L200. Der 2,4-Liter große Selbstzünder lässt 181 Pferde antreten und wuchtet ordentliche 430 Nm auf die Kurbelwelle. Zwar ist der Vierzylinder immer noch kein echter Leisetreter, er überzeugt aber mit kräftigem Durchzug, und nachdem man das kleine Turboloch überwunden hat, kämpft er sich auch willig durchs Drehzahldickicht. Überschaubar fallen die Fortschritte beim Fahrwerk aus. Nach wie vor hat man dem L200 hinten eine Starrachse mit Blattfedern verpasst, die, speziell wenn der Pick-up ohne Ladung bewegt wird, Unebenheiten direkt an seine Insassen weiterleitet. Ungeschlagen ist dafür sein Allradantrieb. Er verfügt als Einziger seiner Klasse über einen abschaltbaren Permanent-Allrad und Geländeuntersetzung. Die Auswahl erfolgt ganz einfach mittels Drehschalter in der Mittelkonsole. So ist man für jede Situation gerüstet und meistert auch die widrigsten Untergrundverhältnisse spielend. Schade ist nur, dass die manuelle Sperre für das Hinterachsdifferential (100 %) weiterhin dem Basismodell mit einfachem Zuschalt-Allrad vorbehalten ist. Besser ausgestattete Modelle müssen sich hier auf die Elektronik verlassen.

Verändert hat sich übrigens auch der Preis des Grenzgängers. Der Einstieg in Mitsubishis Pick-up-Welt beginnt ab 25.990 Euro. Die von uns gefahrene Instyle-Ausstattung ist dann ab 36.490 Euro zu haben.




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