Letztes Update am Sa, 02.04.2016 05:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nutzfahrzeuge

Wie sagt man Lieferwagen noch auf Französisch?

Zum Beispiel Expert oder Jumpy: Die neue Generation des Handwerker-Duos von Peugeot und Citroën will vorbildlich sein.

© Die neuen Lademeister kommen mit drei Fahrzeuglängen auf den Markt.



Von Stefan Pabeschitz

Paris – Seit den 90er-Jahren haben die PSA-Marken Peugeot und Citroën ihr Lieferwagen-Programm ständig erweitert und ausgebaut, teils mit wechselnden Allianzen. Bei der Neuauflage der Laderaum-Mittelklässler Expert und Jumpy ist Toyota als neuer Partner an Bord – die japanische Variante des französischen Zwillingspaares wird Proace heißen. Erstmals bauen die Kommerz-Modelle auf der modularen Konzernplattform EMP2 auf, die auch bereits ab der Kompaktklasse 308 aufwärts für den Pkw-Bereich Verwendung findet. Und das ziemlich konsequent – sogar der Motorraum und damit viele technische Komponenten, die früher gesondert für die Nutzfahrzeuge angepasst werden mussten, sind ident mit den Pkw-Baureihen. Außer kostengünstiger ist die neue Baugruppe auch noch wesentlich leichter und tragfähiger als die der Vorgänger – mit 1,4 Tonnen Zuladung stemmen alle Expert- und Jumpy-Varianten schon um gleich 200 Kilo mehr.

Der neue Toyota Proace ist bau­gleich mit Expert und Jumpy.
- Hersteller

Und davon wird es einige geben: in neun Versionen als Lieferwagen, Pkw-Van mit bis zu neun Sitzen oder nur als Fahrgestell mit Kabinenaufbau, dazu zwei unterschiedliche Radstände und drei Längen. Neu ist die Kompaktvariante mit nur 4,6 Metern, mit der sich die Lücke zu den kleineren Lieferwagen im Programm schließt. Die Standardversion kommt auf 4,95 Meter, die XL-Ausfühlung auf beachtliche 5,3 Meter Länge. Eine Fahrzeughöhe von 1,9 Metern ermöglicht die Einfahrt in so gut wie jede Tiefgarage. Das Volumen wurde aber dank dem niedrigen und durchgehend ebenen Fahrzeugboden sogar noch gesteigert – auf bis zu 6,6 Kubikmeter in der Langversion. 250 Grad aufschwenkbare Doppeltüren am Heck und die seitliche Schiebetür sind Standard, Letztere mit sensorgesteuertem Mechanismus zum Öffnen und Schließen, ohne eigenhändig zugreifen zu müssen. Ein schlauer Kniff ist die Durchlademöglichkeit unter dem wegklappbaren Beifahrersitz, die auf begrenzter Fläche 1,16 Meter zusätzliche Ladelänge ermöglicht.

Auch was die Assistenzsysteme angeht, holt das Expert/Jumpy-Duo weit Richtung Pkw aus: Tempomat, Rückfahrkamera mit 180 Grad Sichtwinkel, dazu 7-Zoll-Touchscreen mit Sprachsteuerung. Optional wird es auch ein GPS-gestütztes On-Board-System für Flottenmanagement geben. Große Verbesserung verspricht PSA bei Fahrkomfort, Handling und Dämmung, außerdem beim Verbrauch und CO2-Ausstoß. In Österreich werden vorerst jeweils zwei Dieselversionen mit 95 oder 120 PS und Schaltgetriebe angeboten. Der Verkauf der handwerkerfreundlichen Franzosen startet Ende Juni, eine Preisliste wird spätestens Anfang Mai aufliegen. Der Einstiegspreis dürfte bei etwa 19.500 Euro liegen.

Der Citroën Jumpy.
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