Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.11.2016


Nissan

Neues Nummern-Girl ersetzt Ex-Star

Nissan schickt den Primastar ins Ausgedinge. Die Mittelklasse im Nutzfahrzeugsegment besetzt nun der NV300. Das tut er entweder als Lasten- oder als Personentransporter.

© HerstellerMit dem NV300 anstelle des Primastar ist Nissan künftig im Nutzfahrzeugsegment unterwegs.



Von Beatrix Keckeis-Hiller

Barcelona – In die Wüste geschickt hat Nissan das jüngste Mitglied der Familie der leichten Nutzfahrzeuge. Nicht sprichwörtlich, sondern tatsächlich und leibhaftig. Der NV300, nunmehr nummerierter Nachfolger des Ex-Midsize-Transporters Primastar, absolvierte seine ersten Test-Kilometer im Süden von Marokko, rund um einen der Angelpunkte der legendären Marathon-Rally Paris–Dakar. Das Wüsten-Rennen – das zwar 2009 als Dakar-Rally nach Südamerika transferiert wurde, aber als internationales „Africa Eco Race“ fortlebt – prägt nach wie vor die Region rund um Erfoud, und das Nissan-Mittelklasseraumfahrzeug sollte genau dort eine Kostprobe seiner Vielseitigkeits-Qualitäten in puncto Lasten- und Personentransport zur praktischen Schau stellen. Das allerdings ausschließlich auf Asphalt, entlang von Savannen- und Stein- sowie Sandwüsten-Landstrichen.

Ebenso wie sein Vorgänger ist der NV300 ein Produkt der Allianz zwischen Nissan und Renault. Während der Franzose, der Trafic, genauso wie Opels Kooperationsmodell Vivaro bereits vor zwei Jahren den Generationswechsel absolviert hat, folgt der Japaner erst jetzt nach. Das mag daran liegen, dass Nissan die Prioritäten im LCV-Segment anders sortiert hatte: mit der Elektrifizierung des Kleintransporters NV200 (2014) und der Aktualisierung des Pick-ups Navara (2015). Letzterer begleitete, als nunmehr Euro-6-taugliche Version, den NV300 in die Wüste und konnte seine Sanddünen-Surftalente beweisen.

Zu haben ist der frontgetriebene NV300 als Kastenwagen und als bis zu neunsitziger Kombi (Kleinbus) sowie als Fahrgestell, Basis für unter anderem Camping-Mobile oder Pritschenwagen oder Kipper. Antrieb ist durchwegs ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Diesel, entweder mit Mono- oder mit Biturbo-Aufladung, in einer Leistungsbandbreite zwischen ausreichenden 95 und durchzugsstarken 145 PS, jeweils gekoppelt an ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe.

Der Transporter wird in zwei Längen (4999 und 5399 mm) und zwei Höhen (1971 und 2475 mm) sowie zwei Tonnage-Klassen (2,7 und 2,9 Tonnen) angeboten. Das Laderaumvolumen umspannt eine Bandbreite zwischen vier und 8,6 Kubikmetern. Die Nutzlast liegt zwischen 905 und 1205 Kilo. Für den Kombi stehen zwei Längen und eine Höhe zur Auswahl. Er kann mindestens sechsfach, bis zu neunfach bestuhlt werden.

Mit einer maximalen Breite von 2283 Millimetern (ausgeklappte Außenspiegel) schlüpft der NV300 sowohl als Verblechter als auch in der Kleinbus-Version Touché-frei über die schmalen Nebenstraßen Südmarokkos. Nicht allzu grobe Schotterpassagen meistert er mühelos. Sollte der Bedarf nach Allradantrieb bestehen: Auch Nissan kooperiert auf Bestellung mit dem französischen 4x4-Nachrüst-Spezialisten Dangel.

An technischer Mitgift stehen für den NV300 die gleichen Features zur Verfügung wie für den Franzosen und den Deutschen: Pkw-hafter Innenraumkomfort, Basis-Ausrüstung für eine Mobilbüro-Einrichtung und eine Reihe von Fahrassistenten, darunter ESP mit Beladungserkennung und Berganfahrhilfe (serienmäßig) sowie Einparksensoren und Rückfahrkamera (optional).

Der NV300 füllt die Lücke zwischen dem NV200 und dem NV400. Neben dem Navara besteht Nissans Portfolio der leichten Nutzfahrzeuge weiters aus den Transportern NT400 und NT500. Der neue Mittelklassler ist ab sofort orderbar. Die Preise für den Kastenwagen starten bei 22.100 Euro und für den Kombi bei 28.330 Euro.