Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


TT-Dauertest

Hyundai Kona: Der Abenteurer des Alltags

Der Mini-SUV aus Korea verlässt uns nach 6 Monaten im TT-Dauertest: ein Resümee zum Hyundai Kona.

© Daran kann man sich nicht sattsehen: Der Hyundai Kona sieht von jeder Seite ausgereift und schick aus.Foto: Zoller



Von Gregor Zoller

Mieming – Lifestyle-Allrounder – eine Wortkreation, die Verfechter der deutschen Sprache wohl die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt – sind einer der großen Trends in der Automobilbranche. Alltagstauglich und doch attraktiv im Aussehen, praktisch zu beladen und etwas höhergestellt als die restlichen Kompaktwagen. So lautet im Groben der Steckbrief der Klasse.

Eine wahre Modellschwemme steht in diesem Segment zur Auswahl, umso schwerer also für die Autobauer, hier noch aufzufallen und sich von der Konkurrenz abzusetzen.

Der koreanische Hersteller Hyundai schickt den Kona ins Rennen und macht dabei ziemlich viel richtig – so der Testeindruck nach knapp 6 Monaten Einsatz in der TT-Motorredaktion.

Doch noch einmal als Überblick, was macht den Kona denn nun zum Alltagshelden, der auch nicht Alltägliches meistern kann?

Beginnen wir beim Design: Das Auge isst ja bekanntlich mit, und bei diesem Modell wird selbst großer Appetit auf reifes, hochqualitatives Automobildesign gestillt. Der Kona verkörpert Urbanität genauso wie Abenteuer, Verspieltheit genauso wie Seriosität. Vom sechseckigen Kaskaden-Kühlergrill über die schmalen LED-Tagfahrlichter über den Frontscheinwerfern, hin zu den stimmigen Kunststoffplanken über den Radkästen und den jugendlich-frechen Farbkombinationen, in denen der Kona verfügbar ist – hier wurde ganze Arbeit geleistet.

Dasselbe gilt im Innenraum: Unaufgeregt, solide und dabei einfach schön anzusehen. Auch die Haptik und somit die Qualität der verarbeiteten Materialien unterstreicht, dass sich Hyundai hier vor niemandem verstecken muss.

Technologisch vermisst man im Kona kaum etwas. Neben zahlreichen Assistenzsystemen, zum Beispiel Rückfahrkamera und Head-up-Display, und den zwischenzeitlich zum Standard gewordenen Konnektivitätsmöglichkeiten überzeugen auch die Kleinigkeiten durchaus: Auch für Smartphone-Junkies ist der Kona gut ausgestattet, unterstützt doch die Ladeschale in der Mittelkonsole kabelloses Laden.

Doch was wäre all die Optik ohne die inneren Werte? Hier werkelt ein Vierzylinder-Benziner mit 1,6 Litern Hubraum. Das ergibt eine Leistung von 177 PS. Bei einem Leergewicht von 1,5 Tonnen bietet die Motorisierung also genug Kraft, um im Alltag nicht alt auszusehen, gleichzeitig aber nicht permanent verlockt zu sein, das Gaspedal etwas zu aktiv im Einsatz zu haben.

Dazu kommt der Allradantrieb, der auch in der kalten Jahreszeit den nötigen Grip sichert.

Einziges Manko: Selbst nach vielen Testkilometern pendelt sich der Kona – im Test eben in der Spitzenmotorisierung – zwischen 9 und 10 Litern pro 100 Kilometer ein. Das liegt doch merklich über der Werksangabe von 7,1 Litern. Sparfreudige und Umweltbewusste könnten hier ins Zweifeln kommen, aber wer gute Leistung bringt, braucht natürlich auch die nötige Energiezufuhr. Trotzdem, hier ist Luft nach oben.

Alternativ steht ein 120-PS-Benziner mit Handschaltung, ein 116-PS-Diesel-Modell ebenfalls mit Handschaltung sowie ein 136-PS-Diesel mit Automatik beim Hyundai-Händler zur Auswahl. Preislich startet der Korea-Kompakt-SUV bei 19.990 Euro.

Unterm Strich bleibt ein guter Gesamteindruck, Hyundai bekommt so mit Sicherheit ein gutes Stück vom Kuchen des Mini-SUV-Booms ab.