Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.12.2018


Aus der Branche

Kleinstwagen-Zukunft ist offen

Toyota und die Groupe PSA verändern die Form ihrer Zusammenarbeit.

© WerkNach dem Proace will Toyota ein weiteres kompaktes Nutzfahrzeug von der Groupe PSA beziehen.



Kolín – Schon sehr lange kooperieren die Groupe PSA und Toyota, was die Produktion von Fahrzeugen anbelangt. 2002 begann ein Joint Venture der beiden Unternehmen, das die Produktion von Kleinstwagen im tschechischen Kolín vorsah. In der Tat laufen dort seit 2005 der Toyota Aygo, der Citroën C1 und der Peugeot 107/108 vom Band. Deren mittelfristige Zukunft ist nun fraglich, denn Toyota und die Groupe PSA haben angekündigt, dass die Japaner das Werk ab 2021 vollständig übernehmen werden. Immerhin wolle Toyota die Produktion als solche langfristig aufrechterhalten und die Angestellten weiter beschäftigen. „Unser Engagement im Werk Kolín zeigt die Philosophie von Toyota, Autos dort zu produzieren, wo wir sie verkaufen, und stärkt unsere langfristige Fertigungspräsenz in Europa“, erklärte Didier Leroy, Vizepräsident von Toyota Motor Europe, in einer Pressemitteilung.

Die Entflechtung in Kolín bedeutet aber nicht das Ende der Zusammenarbeit der beiden Fahrzeughersteller. Im Gegenteil: Toyota wird ab Ende 2019 von der Groupe PSA ein kompaktes Nutzfahrzeug geliefert bekommen, und zwar aus dem spanischen Werk Vigo. Dort läuft zum Beispiel die neue Combo-Generation von Groupe-PSA-Tochter Opel vom Band. „Wir schlagen ein neues Kapitel unserer erfolgreichen und für beide Seiten vorteilhaften Partnerschaft auf“, gibt sich Groupe-PSA-Chef Carlos Tavares überzeugt. Zur Erinnerung: Toyota und die Groupe PSA sind bereits Partner bei der Produktion von mittelgroßen Nutzfahrzeugen, Ausfluss dieser Vereinbarung sind beispielsweise der Proace von Toyota und der Expert von Peugeot. Nächster Neuling aus dieser Gruppe wird der Opel Vivaro im Jahr 2019 sein. (hösch)