Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.12.2018


Nutzfahrzeuge

Zweite Elektrifizierung für den Fiat Cinquecento

Insgesamt will FCA in Italien die Produktionseinführung von 13 neuen oder überarbeiteten Modellen im Zeitraum 2019 bis 2021 über die Bühne bringen

© WerkDer Cinquecento (500) von Fiat ist ein bewährtes Erfolgsmodell, eine neue Elektrovariante zeichnet sich ab.



Turin – Welch tiefe Abneigung hatte der im Juli verstorbene Fiat-Chrysler-Automobiles-Boss noch gegenüber dem ersten elektrischen Fiat 500e gehabt, den FCA in Nordamerika veräußerte. Sergio Marchionne hatte der eigenen interessierten Kundschaft vom Kauf abgeraten – denn mit jeder verkauften Einheit würde das Unternehmen einen Verlust machen.

Die Sichtweise ist inzwischen eine andere, FCA steht zudem unter einer neuen Führung. Chief Executive Officer Mike Manley und Manager-Kollegen trafen sich vor wenigen Tagen in Mirafiori (Turin) mit Gewerkschaftsvertretern, um Unterstützung für eine umfassende Elektrifizierungsstrategie zu erhalten. „Mirafiori wird die erste vollständige BEV-Plattform (BEV steht für batteriebetriebene Fahrzeuge, A. d. R.) einführen, die bei dem neuen Fiat 500 Anwendung finden wird und für andere Anwendungen weltweit skalierbar ist“, erklärte Manley im Anschluss. Bei dieser Initiative, Teil des noch von Marchionne Mitte des Jahres vorgestellten Fünfjahresplans, wird es in Italien nicht bleiben. Größere Investitionen sind vorgesehen im Werk Melfi (Basilikata) und in Pomigliano (Kampagnien). In Melfi geht es um die Elektrifizierung des Jeep Compass, in Pomigliano um die Fertigung einer Mildhybrid-Variante des Fiat Panda. Insgesamt will FCA in Italien die Produktionseinführung von 13 neuen oder überarbeiteten Modellen im Zeitraum 2019 bis 2021 über die Bühne bringen, informierte Chief Operating Officer Pietro Gorlier. (hösch)