Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.05.2015


Ratgeber

Nobler Geländewagen zum stetigen Aufladen

© HöschelerDer Fünf-Meter-Geländewagen steht auf 22-Zoll-Rädern, die hier farblich dem Dach angepasst sind.



Vomp – Zu den Ersten zählt Land Rover nicht, zu den Letzten schon gar nicht. Die Briten bieten seit vergangenem Jahr ein Hybridfahrzeug an, eigentlich sogar zwei: den Range Rover und den Range Rover Sport. Der Anbieter hat sich dabei entschieden, den dafür zu installierenden Elektromotor mit einem Dieselaggregat zu paaren. Ein solches Ensemble ist beim hersteller- und markenübergreifenden Hybridvergleich eher selten, lediglich PSA Peugeot Citroën und Volvo verfolg(t)en diesen Ansatz konsequent.

Schon von Haus aus kann es kein Fehler sein, einem 2,4-Tonner einen Selbstzünder mit sechs oder acht Zylindern anzudienen. Im Fall des Range Rover Hybrid hat sich Land Rover für einen 292 PS starken SDV6 entschieden, der über drei Liter Hubraum verfügt. Als Partner steht ihm ein 48 PS starkes E-Aggregat zur Seite, um eine Gesamtleistung von 340 PS zu generieren. Nebenbei gibt es ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern – mehr als genug, um dem Range Rover Hybrid jedwede Trägheit auszutreiben. In 6,9 Sekunden beschleunigt der Geländewagen von null auf 100 km/h – eine Achtstufenautomatik sorgt für harmonische und treffsichere Stufen­wechsel. Anzumerken ist, dass das Zusammenspiel der beiden Triebwerke ohne Ruckler erfolgt. Die Ingenieure haben die Integration so weit vorangetrieben, dass der Fahrer sehr genau schauen muss, um irgendwelche Informationen über den Ladezustand des Akkus zu erlangen.

Um so offenherziger ist der Range Rover Hybrid in der Ausstattungsvariante Autobiography beim Herzeigen seines Interieurs. Ins Auge fallen ein festes Panorama­glasdach mit elektrischen Sonnenblenden, eine Vier­zonen-Klimaautomatik, luxuriöse Semi-Anilin-Ledersitze mit einer Fülle von Verstellmöglichkeiten und Massage­funktionen (zumindest in Reihe eins). Das Meridian-Sound-System mit 19 Lautsprechern macht den Range Rover Hybrid zum fahrenden Kinosaal. Dass damit aber noch unwegsames Gelände erobert werden kann, lässt sich mit dem automatischen Geländeprogramm Terrain Response 2 erklären, das per Tastendruck auf unterschiedliche Bodenanforderungen reagiert und die Fahrzeugcharakteristik verändert – etw­a die Gaspedalkennlinien, das Sperren von Differenzialen oder die Schwellwert­e des DSC (elektronisches Stabilitäts­programm).

Das ist schon recht viel und zumindest teilweise eine Erklärung für den Autobiography-Anschaffungspreis von 146.600 Euro. Damit muss man aber nicht zwangsläufig das Auslangen finden, denn der Testwagen hat für weitere knapp 20.000 Euro Zusatzausstattung an Bord: Anstelle von 21-Zöllern markieren 22-Zoll-Alufelgen die Flanken des Modells; für die Fondgäste gibt es Leder-Business-Sitze extra (5131 Euro zusätzlich), ebenso ein Entertainmentsystem mit Acht-Zoll-Bildschirmen und DVD-Player (2286 Eur­o). Der Infotainment-Touchscreen vorne erstrahlt in Dual-­View-Technik – das heißt, Fahrer und Beifahrer sehen Unterschiedliches (914 Euro). Da geht beinahe unter, dass der Hybride im Durchschnitt 9,5 Liter Treibstoff je 100 Kilo­meter benötigt. (hösch)




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