Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.01.2016


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SUV-Kracher mit 218 Pferden aus dem Nismo-Stall

In seiner scharfen Frontantriebsversion spielt der Nissan Juke Nismo RS das Crossover-Enfant-terrible.

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© Reinhard Fellner



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Ein SUV-inspirierter Crossover mit Frontantrieb und gerade 4,1 Metern Länge, aber 218 PS für 30.863 Euro – ja, kann denn das vernünftig sein? Wenn Sie solche Fragen zum Nissan Juke Nismo RS quälen, studieren Sie doch besser den Test oberhalb. Natürlich ist dieses schräge SUV die pure Unvernunft, aber eben auch ein Spaßbringer ersten Ranges.

Der Name Nismo steht bei Nissan für Sportmodelle, wie den GT-R, den 370 und eben den Juke. Und seit der Überarbeitung hat der Juke leistungsmäßig noch nachgelegt. Ausführungen: 218 Turbo-PS auf die Vorderräder gekoppelt mit manuellem Sechsganggetriebe oder 214 PS über Allradantrieb und stufenloses Achtgang-CVT-Automatik­getriebe (früher je 200 PS).

Zum TT-Test rollte diesmal die Frontantriebsversion an. Auf mächtigen 18-Zoll-Felgen steht der Nismo da und zieht mit sportlich-aerodynamischen Applikationen Blicke auf sich. Innen umschmiegen körpernahe Alcantara-­Sportsitze. Dazu trägt das Lenkrad Rauleder – dieses fasst sich fantastisch an und lässt zusammen mit der direkten Lenkung einen präzisen Kurs drehen. Der extra straff abgestimmte Nismo nimmt ihn ohne merkliche Seitenneigung und untersteuert brav im Grenzbereich. Ansonsten macht die handgeschaltete Frontantriebsversion alles besser als die um 3692 Euro teurere und 120 Kilogramm schwerere Allradversion. Erst hier können die 218 Nismo-Pferde frei traben und in sieben Sekunden mit 100 km/h stürmen. Das vehemente Temperament des Turbo-Benziners wird dabei von aggressivem Motorklang schön untermalt. Nicht immer werden übrigens die Vorder­räder mit den 280 Newtonmetern fertig. Wer dies provoziert, erlebt puren Spaß, der ein bisschen an die wilden Tage von früher erinnert. Schön, dass es so ehrliche Sportlertypen noch geben darf.




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