Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.06.2017


Test

Noch nicht vom SUV-Virus angesteckt

Die Renovierung des Opel Zafira hat ein paar Annehmlichkeiten mit sich gebracht, als geräumiger Kompaktvan bleibt er erkennbar.

Ansteigender Seitenschweller und abfallende Dachlinie bescheren Opels Raumriesen in optischer Hinsicht einen sportlichen Auftritt, ohne ins Revier der angesagten Sport Utility Vehicles wechseln zu müssen. <span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Höscheler</span>

© Ansteigender Seitenschweller und abfallende Dachlinie bescheren Opels Raumriesen in optischer Hinsicht einen sportlichen Auftritt, ohne ins Revier der angesagten Sport Utility Vehicles wechseln zu müssen. Foto: Höscheler



Stumm – Mit immer mehr Tempo gleitet Opel ins Experimentier-Zeitalter. Die Rüsselsheimer stehen vor dem Zusammenschluss mit dem französischen Autohersteller Groupe PSA; mit ebendiesem haben sie schon eine Kooperation laufen, die neue Modellreihen auf den Markt bringt (Crossland X und Grandland X); zudem haben sie mit dem Elektroauto Ampera-e eine starke Reichweitenansage getätigt. Allerdings wird der nur in kleinen Portionen nach Europa geliefert, und auch hier können die Hessen nur Teilmärkte bedienen, jedenfalls anfangs nicht Österreich. Crossland X und Grandland X huldigen der SUV-Welle, ihr zum Opfer fällt der kleinere Kompaktvan Meriva – und der größere Zafira? Der bleibt vorerst eine fixe Größe im Sortiment, zumal das Facelift der aktuell angebotenen Generation erst im Vorjahr erfolgte.

Mögen Kompaktvans nicht so attraktiv anmuten wie ein SUV, so hat sich der Zafira athletisch herausgeputzt. Der Kühlergrill betont mit seiner Chromspange die Breite, die seitlichen Karosserieeinschnitte sind nach wie vor ein Opel-typischer Blickfang. Eine hinten sanft abfallende Dachlinie verleiht dem Fahrzeug einen dynamischen Anstrich – wobei es gilt, immerhin ein 1,8 Tonnen schweres und 4,67 Meter langes Fahrzeug zu bewegen, das in unserem Fall sogar mit sieben Sitzen ausgeführt ist. Damit hat allerdings der Zweiliter-Turbodiesel nicht das geringste Problem, 400 Newtonmeter maximales Drehmoment und 170 PS garantieren kraftvolle Antritte und einen anhaltenden Durchzug. Beim Konsum mit 7,5 Litern je 100 Kilometer Fahrt vermeidet er Überraschungen in jedwede Richtung, Ähnliches gilt für die Laufkultur. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und etwas indirekt, das Fahrwerk bügelt die meisten Unebenheiten gekonnt weg.

Besondere Freude löst das Innenraumangebot aus, Fahrer und Beifahrer sowie Gäste im Fond haben keinen Grund zur Klage, wenn es um Kopf- und Kniefreiheit geht. Eine Panorama-Windschutzscheibe simuliert zudem noch mehr Raum. Keine Simulation, sondern Tatsache ist die Rundumversorgung mit Sicherheitstechnik und Komfort, was an der hochwertigen Blue-Injection-Ausstattung samt einiger Extras liegt. Als nützlich und praktisch erachteten wir im Test die belederten AGR-Sportsitze, die zahlreichen Ablagen, das Park&Go-Paket samt Rückfahrkamera, das adaptive FlexRide-Premiumfahrwerk, das adaptive LED-Fahrlicht und die Frontkamera inklusive einiger Fahrerassistenten. Alles zusammen rechtfertigt den Testwagenpreis von 44.909 Euro. (hösch)




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