Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.10.2017


Test

Mazdas Premium-Stück heißt CX-5

Mit der zweiten Auflage des CX-5 hat Mazda einen Primus unter den SUV geschaffen. Technisch auf dem letzten Stand, gehört er zu den fahraktivsten und hochwertigsten seiner Klasse. Im Test der neue 194-PS-Benziner.

© Reinhard FellnerMaserati auf dem Feldweg? Nein, dieses prächtige Blechkleid ist Ausdruck von Mazdas „Kodo – Soul of Motion“-Designsprache. Fließende Linien und scharfe Kanten ergeben ein SUV von seltener Attraktivität.Foto: Fellner



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Mazda hat schon relativ früh erkannt, dass man nur mit eigenständigem Profil am Markt überleben kann. Seither gehören Mazdas nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den sportlichsten und hochwertigsten Fahrzeugen aus Japan.

Der erstmals 2012 präsentierte CX-5 trug dieses Eigenschaftsbündel ins SUV-Segment. Und wurde zum Verkaufsschlager. Die soeben präsentierte zweite Generation möchte das SUV nun noch weiter in Richtung Premium-Niveau hieven. Die Voraussetzungen stehen gut.

So würde das außergewöhnlich reizvolle Blechkleid auch zu einem SUV eines Sportwagenherstellers passen. Unser Testwagen in Crystal Soul Red zog jedenfalls zahlreiche Blicke auf sich. Dazu gesellen sich innere Werte, die den neuen CX-5 in Qualität, Anmutung und Bedienung unter die Allerbesten seiner Klasse reihen. Hier passt wirklich jedes Detail. Gerne lässt man Blicke und Handflächen durch den Innenraum gleiten. Manches, wie die Bedienung der modernen Multimedia-Einheit, nimmt Anleihen an deutschen Premiumfahrzeugen. Kein Fehler. So spiegelt das Head-up-Display beispielsweise Informationen direkt auf die Frontscheibe. So etwas findet man ansonsten meist nur bei zumindest doppelt so teuren Modellen. Auch die Sitzposition passt zu einem SUV, das sich fährt wie die Konkurrenz aus bayrischen Gefilden. Man kann Mazda zu dieser Fahrwerksabstimmung einfach nur gratulieren. Fahraktiv bewegt sich dieses SUV fast ohne Wank- und Neigungsbewegungen durch Kurven und macht aufgrund der relativ direkt abgestimmten Lenkung so richtig Spaß.

Bewegt man den CX-5 hingegen durch die Stadt, spielt er gerne den kultiviert-komfortablen Leisetreter, vor allem in der neuen G194-Version, die bei der TT zum Test antrat.

Hinter dem Kürzel steht das derzeit hubraumstärkste Aggregat des Benziner-Spezialisten Mazda. 2488 Kubikzentimeter hat das Aggregat, das dafür – mazdatypisch – auf Drehzahl anstatt Turbo setzt. Dazu beherrscht die Maschine bis 130 km/h die Zylinderabschaltung. Bis zu diesem Geschwindigkeitsbereich liegen auch ihre größten Stärken. Ungemein leise und kultiviert macht sie den ­CX-5 im Zusammenspiel mit der serienmäßigen Sechsgang-Automatik zum idealen Gleiter. Sehr entspannend.

Wer darüber dauerhaft Kraft über die 258 Newtonmeter hinaus wünscht, könnte jedoch mit dem bulligen 175-PS-Diesel besser bedient sein. Der spielt sich mit dem 1,5-Tonner förmlich, während das niedertourig elegant agierende Benziner-Triebwerk bei Belastung schon etwas angestrengt wirken kann. Im IG-Luft-100-km/h-Land Tirol relativiert sich das aber ohnehin. Sauber und sparsam (8,6 Liter im Praxistest) ist der große Benziner dazu.

Scharf ist hingegen wieder der Preis der SUV-Schönheit. 41.390 Euro kostet das Topmodell mit Allradantrieb, Automatik, Leder und allem erdenklichen Luxus. Für 25.990 Euro startet der günstigste 165-PS-Benziner.




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