Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.12.2017


Alfa Romeo

Giulia macht Romeos glücklich

Die Giulia hat mit dem Veloce ihre Idealmodellreihe gefunden. Sportlich bis ins letzte Detail, begeistert sie mit Motoren zu 210 und 280 PS sowie Allradantrieb. Im Test der Diesel.

© Reinhard FellnerGötterdämmerung für die sportliche Konkurrenz: Genauso scharf, wie Alfa Romeos Giulia aussieht, fährt sich die Italienerin auch. Technisch ist Alfa ohnehin wieder voll da.



Von Reinhard Fellner

Lans – Danke, Sergio! Mag der italo-kanadische FCA-Lenker Sergio Marchionne auch polarisieren, so ist er durch die Übernahme von Chrysler und andere Visionen doch Retter des einstigen Fiat-Konzerns. Lancia wurde auf diesem Weg geopfert, Alfa Romeo, gleich wie Maserati, mit Milliarden­investitionen dafür zu alter Blüte geführt. Sinnbild für Alfa war lange die sportliche Giulia.

Nach dem bildhübschen 156 und dem viel zu früh eingestellten 159 ist sie wieder da. Pur. Als bildschöne Fahrmaschine mit klassischem Heck- oder Allradantrieb.

Nachdem sich die Giulia bereits bei Vergleichstests mitten in der Premium-Konkurrenz eingereiht hatte, ordnet sich nun die neue Veloce-Reihe unter dem 510-PS-Quadrifoglio ein.

Schon nach den ersten Metern zeigt diese Giulia ihren Charakter. Sie lenkt ein wie kein Konkurrent. Millimetergenau lässt sich die Italienerin in die Kurvenradien dirigieren und vermittelt dabei schönen Fahrbahnkontakt. Mitsamt ihrem aufwändigen Fahrwerk samt Allradantrieb präsentiert sich der Veloce als Fahrmaschine erster Güte. In engste Kurven krallt sich das Auto regelrecht ein und auch nach München geht es im Top-Speed von 235 km/h in souveräner Gelassenheit und Spurtreue.

Hierbei lässt auch der 210-PS-Diesel nichts mehr von sich hören. Eine Prachtmaschine mit 470 Newtonmetern. So etwas wirkt wie ein Bär, der jederzeit zum Sprint bereit ist. Nur in der Stadt knurrt er leider vernehmlich. Also, wenn sie kein Vielfahrer sind, denken sie angesichts dieses Autos doch auch über den 3800 Euro teureren 280-PS-Benziner (0–100 km/h in 5,2 Sekunden) nach – dann haben sie schon einen kleinen Maserati vor der Türe stehen. Der fein verarbeitete Innenraum der Giulia lässt ohnehin große Gefühle aufkommen. Nicht umsonst sitzt der Start-Knopf wie bei der Formel 1 im Lenkrad – und der Alfa-Fahrer in bester Sitzposition wie angegossen hinter dem Volant. Ansonsten modernste Bedienung (ein Blick nach Bayern hat hier keinesfalls geschadet), Assistenz und Qualität, wie man sie früher bei Alfa Romeo nicht kannte. Jetzt ist man mittendrin unter den Besten.

Mit 49.690 Euro startet der Q4-Diesel – vier Jahre Garantie und fünf Crash-Test-Sterne inklusive.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 2143 ccm

Drehmoment: 470 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 154 kW/210 PS

L/B/H: 4643/1860/1450 mm

Gewicht: 1610/2110 kg

Kofferraumvolumen: 480 l

Tankinhalt: 52 l

Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h

0–100 km/h: 6,9 Sekunden

Verbrauch: 7,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: (Veloce Q4) 49.690 Euro

CO2-Emission: 122 g/km




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