Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.12.2017


Hyundai

Passable Reichweite und viel Spaß

Mit dem Hyundai Ioniq als Plug-in-Hybrid fährt man 45 Kilometer rein elektrisch, kann eine üppige Ausstattung genießen und sich über niedrige Kosten freuen.

© LetznerVorne tankt man Strom, hinten Benzin. Die Gesamtreichweite des Ioniq beträgt 1100 Kilometer.



Von Lukas Letzner

Inzing – Dass aller guten Dinge drei sind, zeigt Hyundai mit dem Ioniq eindrucksvoll. Seit wenigen Monaten komplettiert die Plug-in-Version des Koreaners das Trio, zu dem bisher die Hybrid- und die elektrifizierte Variante zählen. Wir haben den neuesten Teilzeitstromer kürzlich zum Test eingeladen.

Unser Testwagen kombiniert – wie die Hybridversion auch – einen 60,5 PS starken Elektromotor mit einem 105 PS starken Benziner. Allerdings sind die Batterien im Gegensatz zum „normalen“ Hybrid größer und an einer Steckdose aufladbar. Trotz der 17 zusätzlichen Pferde, die unser Stromer antraben lässt, bleibt die Systemleistung bei 141 PS. Das reicht für 178 km/h Spitze und einen 0-bis-100-Sprintwert von 10,6 Sekunden. So viel zu den wichtigsten Eckdaten, doch wie fährt sich der Ioniq?

Er fährt sich angenehm leise. Der Elektromotor legt sich vom Stand weg richtig ins Zeug, und lässt den Stromer erstaunlich agil wirken, lediglich bei Vollgas, hoher Geschwindigkeit oder natürlich geleerter Batterie springt der Benzinmotor blitzschnell und geräuscharm ein. Laut Bordcomputer reicht die elektrische Reichweite für 63 Kilometer. Während unseres Tests waren es allerdings „nur“ reelle 45 Kilometer. Für die meisten sollte das jedoch reichen, um morgens zur Arbeit zu pendeln, danach noch die Einkäufe zu erledigen und dann entspannt nach Hause zu segeln. Außerdem ist der Ioniq vergleichsweise schnell geladen: An einer Schnellladestation soll der Akku laut Hyundai nach 23 Minuten wieder zu 80 Prozent voll sein. An der Haushaltssteckdose braucht man für eine komplette Ladung etwas mehr als zwei Stunden. Und wenn sich’s mal nicht vermeiden lässt, dann darf es dank des Verbrenners auch mal ein bisschen mehr sein.

Als wirklich gelungen könnte man das Doppelkupplungsgetriebe des Ioniq bezeichnen. Es serviert die Gänge äußerst unauffällig und blitzschnell. Im Gegensatz zu den stufenlosen Varianten der Konkurrenz ist das eine richtige Wohltat.

Und wie ist der Ioniq sonst so? Äußerst geräumig und gut ausgestattet. Selbst als 190 Zentimeter großer Mann sitzt man vorne wie hinten äußerst bequem und mit 341 Litern Stauraum sollte man ein Auskommen finden. In der Basis­ausstattungslinie Premium fährt der Hyundai Ioniq Plug-in-Hybrid mit LED-Tagfahrlicht, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurhalteassistent, Abstandstempomat sowie Rückfahrkamera vor. Der von uns getestete Koreaner verfügte zudem über ein Navigationspaket mit 8-Zoll-Display, Querverkehrswarner und ein Winter-Paket, das vor allem jetzt wärmstens zu empfehlen ist. Zu haben ist die Plug-in-Variante ab 27.590 Euro. Mit den entsprechenden Kreuzen in der Liste der Extras treibt man den Preis aber problemlos nach oben. 66.730 Euro wären für unseren Testwagen fällig geworden.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1580 ccm

Drehmoment: 170 Nm bei 0 U/min

Leistung: 104 kW/141 PS

L/B/H: 4470/1820/1450 mm

Gewicht: 1550/1970 kg

Kofferraumvolumen: 341–1401 l

Tankinhalt: 43 l

Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h

0–100 km/h: 10,7 Sekunden

Verbrauch: 2,9 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 66.730 Euro

CO2-Emission: 26 g/km




Kommentieren


Schlagworte