Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.12.2017


Mercedes

E-Klasse beschäftigt vier neue Arbeiter

Ein neu entwickelter Vierzylinder-Diesel verschafft der E-Klasse ihren sportlichen Antritt. Durstig ist sie aber nicht.

© LetznerDie E-Klasse sieht nicht nur toll aus, sie fährt sich auch erstklassig. Speziell der Allradantrieb vermittelt dem Fahrer sehr viel Sicherheit.



Von Lukas Letzner

Zirl – Mit der neuen E-Klasse ist den Schwaben wieder ein richtig großer Wurf gelungen. Das etwas altbacken wirkende Vier-Augen-Gesicht des Vorgängers musste einer gänzlich neuen Formensprache weichen, und auch wenn der Unterschied zur kleineren C-Klasse etwas deutlicher ausfallen könnte, muss man eins festhalten: So dynamisch ist noch kein Oberklasse-Benz aufgetreten. Heuer haben die schwäbischen Ingenieure außerdem einen brandneuen Selbstzünder zwischen den Vorderrädern verbaut, den wir uns natürlich etwas genauer ansehen mussten. Doch bleiben wir noch einen Moment bei er Optik. Nicht nur außen wurde das Design komplett umgekrempelt, auch der Innenraum präsentiert sich mit ganz neuem Charme. Die Architektur des Cockpits ist ein gekonnter Mix aus C- und S-Klasse und verbindet gekonnt zukunftsweisende Anzeigentechniken mit der Anmutung einer gemütlichen Businesslounge. Über Platzmangel braucht man sich sowohl vorne als auch hinten nicht beklagen, und der Kofferraum ist mit seinen 540 Litern Fassungsvermögen ebenso großzügig dimensioniert.

Als ein echtes Sahnestück entpuppte sich der bereits erwähnte Selbstzünder unserer E-Klasse. Er entlockt seinen vier Zylindern ordentliche 194 PS und reißt die 1,7 Tonnen schwere Limousine mit 400 Nm Drehmoment aus den 18-Zoll-Socken. Zwar macht sich der Motor hin und wieder mit leichtem Dieselnageln bemerkbar, doch weiß er durch seine enorme Laufruhe zu überzeugen. Den Standardsprint erledigt der Schwabe in 7,5 Sekunden, bei 239 km/h ist dann Schluss. In Kombination mit der äußerst feinfühlig arbeitenden 9-Stufen-Automatik wird die E-Klasse zum Kilometerfresser.

Das Fahrwerk unseres Schwaben konnte ebenso überzeugen. Es arbeitet komfortabel genug, um grobe Schläge von seinen Insassen fernzuhalten, und zugleich straff genug, um sich in schnell gefahrenen Kurvenkombinationen nicht die Blöße zu geben. Auch wenn wir die Leistung des Antriebs oft und gerne abgerufen haben, an der Zapfsäule übte sich unser Benz in Zurückhaltung. Die versprochenen 4,9 Liter konnten wir zwar nicht erreichen, mit 5,8 Litern im 14-tägigen Schnitt waren wir aber nicht wirklich weit weg.

Dass eine Limousine mit Stern ihren Preis hat, weiß man ja. 75.962 Euro wären für unseren Testwagen (Extras inbegriffen) fällig geworden. Die Basis rollt zu Preisen ab 43.200 Euro in die eigene Garage.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1950 ccm

Drehmoment: 400 Nm bei 1600 U/min

Leistung: 143 kW/194 PS

L/B/H: 5025/2065/1468 mm

Gewicht: 1735/2375 kg

Kofferraumvolumen: 540 l

Tankinhalt: 50 l

Höchstgeschwindigkeit: 239 km/h

0–100 km/h: 7,5 Sekunden

Verbrauch: 5,8 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 75.962 Euro

CO2-Emission: 129 g/km