Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.12.2017


Test

Frische-Kur für den Publikumsliebling

Der Qashqai gehört zu den meistverkauften SUVs Europas. Diesen Erfolg wollte Nissan weiter absichern.

© Reinhard FellnerVoll-LED-Scheinwerfer: Das Facelift des Qashqai bezog sich auf die Front des feschen Crossovers.



Innsbruck – Die Automobilgeschichte schrieb schon viele Erfolgsgeschichten – eine von ihnen ist der Nissan Qash­qai. Zuvor bewiesen die Japaner 2006 allerdings viel Mut, indem sie beschlossen, bisherige Kompaktmodelle erst einmal durch ein kompaktes SUV zu ersetzen. Damit wurde Nissan zum Trendsetter im derzeit boomenden Segment am Pkw-Markt. Die seit 2013 erhältliche zweite Generation entwickelte sich zum vollwertigen Crossover und europäischen Chartstürmer. Dies galt es für Nissan abzusichern.

Ein Facelift verschönerte die Front (jetzt mit Voll-LED-Scheinwerfern ab Tekna) und brachte im Innenraum bessere Materialanmutung. Regelrecht schön das neue und nach unten abgeflachte Multifunktionslenkrad. Konstruktiv haben die Japaner Radaufhängung, Dämpfung und Lenkung des Qashqai überarbeitet. Dies sollte das Handling des SUV verbessern, aber die normale Fahrt gleichzeitig komfortabler machen. Aufwändige Dämmungsmaßnahmen und eine dickere Heckscheibe sorgen zudem für weniger Fahrgeräusche.

Das Maßnahmenpaket wirkt. So fuhr sich der TT-Testwagen nun satter und fühlte sich dickhäutiger an als der Vorgänger. Der Neue kam in der Spitzenausstattung Tekna+ mit hübschen 19-Zoll-Felgen. Ein Vorteil beim Kurvenräubern, die Fahrwerksverbesserung im Komfortbereich wird durch die Niederquerschnittreifen jedoch teils relativiert. Trotzdem wirkt der Qashqai nun ausgewogen wie noch nie.

Ein feines, völlig unproblematisches Fahren mit guter Übersicht prägt den Alltag. Innen darf man mit den Platzverhältnissen zufrieden sein. 484 bis 1585 Liter fasst der variable Kofferaum. Im Tekna+ begeistern zudem wunderschön gesteppte Nappaleder-Sitze.

So ist der Qashqai im Alltag ein feines Stück Automobil, ohne je eitel zu wirken. Im Test brillierte der laufruhige 1,6-Liter-Diesel mit 130 PS und 320 Newtonmetern. Kombiniert mit Allradantrieb machte er den Nissan zum souveränen SUV bei einem Verbrauch von gerade 6,1 Litern. Viele wählen mittlerweile aber einen Crossover wegen der Bodenfreiheit und vor allem wegen der erhöhten Sitzposition. Da dürfen es für die Frontantriebsversion auch Diesel und Benziner mit 110 oder 115 PS sein. Dazu gibt es den Qashqai auch ab 27.788 Euro mit einem 163-PS-Turbo-Benziner. Ab 19.990 Euro startet der Neue los, ein 3/3-Kredit hilft beim Start, drei Jahre Garantie später. (fell)




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