Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.01.2018


Test

Schweden-SUV mit Hybrid-Schub

Den neuen Volvo XC60 gibt es als T8 auch mit Hybridantrieb. Keine Sparvariante, sondern ein technisches Highlight mit 407 PS Systemleistung. Rein elektrisch segelt der Wikinger aber auch rund 40 Kilometer.

© Reinhard FellnerNordische Schönheit: Der neue XC60 darf als weiterer Schritt von Volvo hin zur Designermarke gelten. Der gute Stil vereint sich innen mit Qualität. Die Kabelbuchse sitzt vorne links.Fotos: Fellner



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Der Volvo XC 60 war europaweit über Jahr­e das meistverkaufte SUV in der Premium-Mittelklasse. Der Erfolg kam nicht von ungefähr und das neue Modell könnte ihn noch übertreffen. So ist der Schwede gemäß der neuen Designphilosophie ungemein geschmackssicher gestaltet und nun auch technisch wieder in jeder Hinsicht voll auf der Höhe der Zeit.

Eine Referenz dafür stellt der bislang im größeren XC 90 erhältliche T8 dar. Hier zeigt Volvo auf, was zum Thema Hybridantrieb schon heute möglich ist. Bereits in seiner Grundkonzeption war der XC 60 bereits für Hybridantrieb ausgelegt. So verliert der T8 kaum Kofferraum noch an Fahreigenschaften. Im Gegenteil. Durch die Platzierung von Batterien am Fahrzeugboden wurde ein tieferer Schwerpunkt erreicht, durch den Allradantrieb per elektrisch betriebener Hinterachse wird keine Kardanwelle benötigt. Antriebsmäßig kombinierten die Schweden ihren 320-PS-Vierzylinder mit einem 87 PS leistenden Elektromotor. Das klingt nach Luxus und ist – bis auf den banalen Klang des Vierzylinders – Luxus. Das Hybridsystem ermöglicht im Zusammenspiel nämlich nicht nur eine Beschleunigung auf 100 km/h in 5,3 Sekunden, sondern auch eine überaus hohe Antriebskultur. Da der E-Motor nämlich immer mitschiebt, muss sich der Benziner kaum anstrengen und hält sich somit nobel zurück. Herausragend kommt dies in der Stadt zur Geltung, wo man im Zusammenspiel mit der Luftfederung (1900 Euro netto) hochklassig ruhig und geschmeidig dahingleitet. Das gilt natürlich auch, wenn man die Reichweite der Batterie nutzt und rein elektrisch dahinrollt. Im TT-Test betrug die E-Reichweite übrigens knapp 40 Kilometer – meist genug für Pendler. Diese erreichen dann auch den Normverbrauch von 2,1 Litern. Der Konsum hängt jedoch natürlich stark vom Nutzungsprofil ab – der TT-Praxisverbrauch betrug 8,6 Liter. Gehetzt wurde dabei selten – das entspricht einfach nicht dem Naturell eines Volvo. Lieber genießt man die Qualität des geschmackvoll eingerichteten Innenraums und lümmelt auf den bequemen Sitzen. Man sollte aber 67.500 Euro für den edlen Plug-in-Hybrid übrig haben.




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