Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.01.2018


Nissan

Kraftprotz und Winterfreund

Der Nissan X-Trail brachte in seiner 177-PS-Version die erste TT-Dauertest-Etappe souverän hinter sich. Über 5000 Kilometer konnten den geräumigen Kraftlackel nicht fordern.

© Reinhard FellnerSchnittiges SUV als Schneekaiser. Dank ausgeklügeltem Allradantrieb und 210 Millimeter Bodenfreiheit ist der X-Trail kaum zu stoppen.



Von Reinhard Fellner

Ampass – Fährt man den Nissan X-Trail, erkennt man schnell, dass er weit mehr ist als die größere Version des Qashqai. 210 Millimeter Bodenfreiheit und die ungleich üppigeren Platzverhältnisse im Innenraum machen dieses knapp 4,7 Meter lange und über 1,7 Meter hohe SUV zu einem stattlichen Vertreter seines Segments. Zum TT-Dauertest rollte das Vollwertfahrzeug in seiner stärksten Version – dem 177-PS-Zweiliter-Diesel.

Samt Allradantrieb bislang eine überaus reizvolle Kombination. Der bärenstarke Diesel, dessen Kraftentfaltung sogar noch mehr als 380 Newtonmeter erwarten lässt, spielt sich nämlich förmlich mit dem stattlichen SUV. Antritt und Durchzug sind wirklich beeindruckend. So muss man diesem X-Trail an Steigungen erst einmal nachkommen, aber auch auf deutscher Autobahn mutiert der Nissan zu einem überaus leistungsfähigen Reisewagen. Interessanterweise wird der Federungskomfort besser, je schneller man den Japaner bewegt. Dabei schluckt der X-Trail beispielsweise auf der Brennerautobahn jede Gemeinheit, wirkt aber auch auf dem kurvenreichen Deutschen Eck sicher. Schade, dass Nissan die Lenkung nicht direkter abgestimmt hat. Aber vielleicht würde das ja den Charakter dieses SUV verwässern. Und der geht in Richtung Arbeitstier. Uneitel, fehlerlos und unempfindlich präsentierte sich der X-Trail auf seinen ersten 5000 Kilometern.

Ob ernstzunehmender Geländewagen, Umzugswagen, Reiseexpress, überaus geräumiges Familienauto oder Freizeitfahrzeug für Sportarten mit Platzbedarf – der X-Trail meistert all diese Rollen mit Bravour. Dies zeigt sich jetzt auch besonders im Winter, wo sich der X-Trail dank wahlweise permanentem Allradantrieb auch durch höheren Neuschnee wühlt und auf Schneefahrbahn beachtlich souverän wirkt. Hier kann das elektronische Allradsystem „All Mode“ alle seine Stärken ausspielen. Wird’s mal ausgelassen, kann man die teils einfachen Materialien wieder abwischen. Alles ist hier fürs tägliche Leben erdacht, auch die mustergültig einfache Bedienung (Wohltat!).

Klappern oder Defekte hat sich der X-Trail auf den ersten 5000 Kilometern nicht geleistet. Der Test-Verbrauch liegt mit rund acht Litern spürbar über dem 130-PS-Diesel, erscheint für einen Zehnkämpfer dieses Formats aber dennoch günstig. Fabelhaft die enorm hohe Sitzposition und die damit verbundene Übersicht. Die Multimediaeinheit ist jedoch nicht mehr ganz auf dem letzten Stand. Manche Darstellungen erscheinen recht klein, Apple CarPlay fehlt. Schnickschnack für dieses SUV, das dafür gemacht scheint, alle Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1995 ccm

Drehmoment: 380 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 130 kW/177 PS

L/B/H: 4690/1820/1730 mm

Gewicht: 1755/2350 kg

Kofferraumvolumen: 550 – 1982 l

Tankinhalt: 60 l

Höchstgeschwindigkeit: 204 km/h

0 – 100 km/h: 9,4 Sekunden

Verbrauch: 7,9 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: (177 4x4 Tekna) 47.010 Euro

CO2-Emission: 153 g/km




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