Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 10.02.2018


Mercedes

Der Sprinter setzt aufs Netzwerk

Mit 1700 Varianten geht im Frühjahr die dritte Sprinter-Generation an den Start – auf Wunsch mit nutzenstiftender Konnektivität vom Feinsten.

© MediaPortal Daimler AGIm Juni ist der Marktstart für den Sprinter, den es wieder als Kastenwagen, als Bus (Tourer), als Pritschenwagen und als Fahrgestell geben wird.



Von Markus Höscheler

Duisburg – „Er ist der Tesafilm und das Tempotaschentuch der Transportbranche“ – so beurteilt Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche den Sprinter, ein leichtes Nutzfahrzeug, das sich seit 1995 auf dem Markt befindet. Er vermied es zwar, von der „Sprinter-Klasse“ zu sprechen, aber die Zahlen sprechen für das Produkt: In etwas mehr als zwei Jahrzehnten verkauften die Schwaben gut 3,4 Millionen Einheiten, mehr als 200.000 davon im vergangenen Jahr (Österreich: 2200 Exemplare im Jahr 2017). Damit stellte der Sprinter im vorigen Jahr einen neuen Rekord auf, obwohl ein Generationswechsel bevorsteht. Der wird im Juni über die Bühne gehen, im März davor ist mit der so genannten „Verkaufsfreigabe“ zu rechnen. Bis dahin können sich potenzielle Käufer schon einmal mit dem Design, dem Innenleben, dem Antriebsangebot und der Variantenvielfalt vertraut machen.

Bei der Außenansicht lassen sich einige moderne Merkmale der kleineren Vans und Pkw verorten, innen gilt dies ebenso, insbesondere bei Ausführungen, die mit hochwertigen Infotainmentsystemen bestückt sein werden. Wie die neue A-Klasse (siehe Bericht auf Seite 3) lässt sich der neue Sprinter mit MBUX ausrüsten, einem lernfähigen System, das auf Fahrerwünsche sehr schnell reagieren kann. Damit verwandt: Ein besonderes Augenmerk bei der Sprinter-Neugestaltung galt der Konnektivität. Diese hat für Unternehmenskunden eine gewachsene Bedeutung, um zeitliche Vorteile etwa bei der Einsetzbarkeit, bei der Wartung und bei der Logistik zu erzielen. Sogar Privatkunden dürften von diesen Entwicklungen profitieren, etwa wenn mit einer mitgelieferten App ein zu einem Camper-Bus umgerüsteter Sprinter sehr leicht und sehr schnell zu bedienen ist – was wiederum Zeit- und Komfortvorteile mit sich bringen wird.

Vorerst bleibt noch offen, welchen Preis der Käufer für die verschiedenen Konnektivitätslösungen zu entrichten haben wird. Vorgewarnt werden sollte er jedenfalls, dass er sich mit der Angebotsvielfalt im Vorhinein auseinandersetzen wird müssen. Volker Mornhinweg, Leiter von Mercedes-Benz Vans, spricht von über 1700 Varianten. Grob eingeteilt, werden es Kastenwagen, Tourer (Busse), Pritschenwagen, Fahrgestelle (Einzel- und Doppelkabine) und Trieb­köpfe für diverse Aufbauten sein. Unterschiedliche Längen und Höhen werden verfügbar sein, auch die Nutzlast variiert. Selbige­s gilt für den Radstand: Der bewegt sich zwischen 3250 und 4325 Millimeter.

Ein Novum findet sich im Antriebsangebot – zuletzt war der Sprinter als Hecktriebler oder als 4Matic-Allradler lieferbar. Nun kommen auch Varianten mit Frontantrieb hinzu, was nicht nur die Lade­kante um einige Zentimeter absenkt, sondern auch einen wesentlich günstigeren Einstiegspreis ermöglicht. In Österreich will Mercedes den Basis-Sprinter 211 CDI Worker ab 21.850 Euro netto anbieten, 6000 Euro günstiger als die Einstiegsvariante der Vorgänger-Generation.

Als Top-Aggregat dient Mercedes seinen Kunden einen 190 PS starken Dreiliter-V6-Turbodiesel an, der 440 Newtonmeter maximales Drehmoment ab 1600 Touren erzielt. Darunter kommen 2,1-Liter-Vierzylinder-Ölbrenner zum Einsatz, die es in den Leistungsstufen 114, 143, 163 und 177 PS geben wird. Fürs nächste Jahr stellt der Produzent eine Elektro­version in Aussicht, den eSprinte­r – der in urbanen Zentren wohl auf große Gegenliebe stoßen wird.




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