Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 07.04.2018


VW

Lifestyle-Kraxler im Dauertest

Mit dem T-Roc hat VW einen neuen Publikumshit am Start.

© LetznerDen bulligen Auftritt verdankt der VW T-Roc seinen kompakten Abmessungen. Die Nähe zum Technikbruder Golf fällt nicht mehr auf.Foto: Letzner



Neustift i. St. – Während im Automobilsektor vor einigen Jahren noch die richtig dicken Dinger angesagt waren, so sind heute die kleinen Hochsitze im Kommen. So gut wie jeder namhafte Hersteller hat mittlerweile einen subkompakten Grenzgänger im Programm. Dass die Ingenieure von Volkswagen bei ihrem Projekt zu Polo und Golf als Organspender griffen, lag ja fast auf der Hand, dennoch haben es die Ingolstädter fertig gebracht, dem T-Roc einen völlig eigenständigen Auftritt zu verleihen. Seit Ende letzten Jahres darf VWs neuer Bordsteinkraxler im TT-Dauertest zeigen, was in ihm steckt.

Mit seinen 4,23 Metern Länge ist er minimal kürzer als der Golf. Auch der Radstand hat mit 2,59 Metern Golf-Niveau (2,62 Meter) – kein Wunder, schließlich steckt der MQB unterm Blech. Gepaart mit kurzen Überhängen und rund 1,82 Metern Breite ergibt sich eine bullige Optik, die praktisch keine Ähnlichkeit zu seinen Technikspendern erkennen lässt. Die obligatorische Offroadbeplankung tut ihr Übriges und verfehlt ihre Wirkung nicht.

Auch wenn im Innenraum des T-Roc Hartplastik das vorherrschende Material der Wahl ist, die Verarbeitung ist auf sehr hohem Niveau. Zudem lenkt das volldigitale Display, der 8 Zoll große Touchscreen des Multimediasystems, die angenehmen Sitze und das luftige Raumangebot schnell davon ab – und man fühlt sich auf Anhieb wohl. In puncto Platzangebot gibt es wenig zu meckern. Man sitzt vorne wie hinten bequem, findet für sämtliche Utensilien die richtige Ablage und darf sich über 445 Liter Stauraum freuen (bei aufrechter Rückbank). Das reicht locker, um die Herausforderungen des Alltags zu meistern. Die Rückbank lässt sich bei Bedarf im Verhältnis 2:1 teilen und verfügt zudem über eine Durchlade für Ski. Dank ihr lassen sich etliche Skiausflüge mit Kind und Kegel (bis zu vier Personen) bewältigen. Für den entsprechenden Vortrieb unseres T-Roc sorgt ein 2-Liter-Diesel. Die 150 PS des Selbstzünders sorgen, nicht zuletzt dank des ordentlichen Drehmoments von 340 Nm, für einen kraftvollen Antritt. Auch wenn die stammtischrelevanten Eckdaten im Alltag in den Hintergrund rücken: Für den Standardsprint brauchen wir im T-Roc etwas mehr als 8 Sekunden. Wesentlich wichtiger – vor allem in unseren Breiten – ist der permanente Allradantrieb, der die Kraft immer zuverlässig weitergibt. Für das Wechseln der Schaltstufen ist VWs Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) verantwortlich. Es erledigt seine Arbeit gewohnt unauffällig und zuverlässig.

Für den T-Roc spricht auch seine harmonische Abstimmung von Fahrwerk und Federung. Er bietet auf der Langstrecke genug Komfort und liegt in kurvigen Passagen dennoch gut auf der Straße. In Kombination mit der direkt abgestimmten Lenkung kann der T-Rock in jeder Lebenslage überzeugen. Die gute Ausstattung hat aber auch ihren Preis: 40.480,76 Euro müsste man für unseren T-Roc auf der hohen Kannte haben. Die Basis ist aber schon ab 21.490 Euro zu haben. (luc)




Kommentieren


Schlagworte