Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 21.04.2018


VW

Bei uns wird viel Golf gespielt

Der VW Golf ist seit 40 Jahren ohne Unterbrechung das meistverkaufte Auto in der Alpenrepublik. Der Absatz nähert sich der magischen Millionenmarke.

© WerkBestseller unter sich: Auf den Publikumshit Käfer folgte mit lang anhaltendem Erfolg der Golf.



Von Walter Schrott

Salzburg – Dass man sich auf Lorbeeren nicht ausruhen darf, musste VW Anfang der 1970er-Jahre leidvoll erfahren. Obwohl der legendäre Käfer enorm erfolgreich war, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Wirtschaftswunder in Deutschland eingeleitet und die Marke 30 Jahre lang geprägt hatte, der anhaltende Erfolg hinterließ großen Nachholbedarf bei der technischen Entwicklung. Dazu kamen strengere Abgas- und Sicherheitsvorschriften und die stärker werdende Konkurrenz. VW drohte unweigerlich in die Krise zu schlittern. Dabei war das Konzept mit dem luftgekühlten Boxermotor im Heck und Hinterradantrieb in winterlich-alpinen Regionen fast ein Garant für sicheres Vorankommen.

Radikales Umdenken war gefragt und federführend war dabei der Österreicher Professor Ernst Fiala. Unter seiner Ägide als Entwicklungsvorstand blieb kein Stein auf dem anderen. Ergebnis: Eine komplett neue Modellfamilie mit quer eingebautem Frontmotor, Wassserkühlung und Vorderradantrieb. Am 29. März 1974 rollte der erste Golf als Käfer-Nachfolger vom Band. Ein, wie heute feststeht, historisches Datum. Denn der Golf kam, wurde gesehen und siegte. Hierzulande hat die Käfer-Nostalgie noch vier Jahre gedauert. Gleichzeitig hatte drei Jahre lang der Opel Kadett die Nase vorn. Da gingen in Wolfsburg und Salzburg die Alarmglocken los. Seit 1978 aber wird in der Kompaktklasse mit der Premiere des ersten Golf Rabbit auf Österreichs Straßen überwiegend Golf gespielt. Die Idee zu diesem Sondermodell stammt von Hermann Becker (langjähriger Pressesprecher von Porsche Austria) und dem späteren Geschäftsführer des Importeurs, Wolf-Dieter Hellmaier. Weltweit wurden in sieben Golf-Generationen 34 Millionen Stück abgesetzt, fast eine Million davon in der Alpenrepublik. Das heißt, dass sich im Schnitt jedes Jahr 23.000 Österreicher für einen Golf entschieden haben. Aktuell sind 376.000 Golf auf den heimischen Straßen unterwegs. Der Erfolg hat viele Väter. Einerseits ist es das geniale Design von Giorgio Giugiaro, das sich – immer wieder behutsam modifiziert – in Grundzügen bis heute gehalten hat und dem Golf ewige Jugend beschert, andererseits die konsequente technische Weiterentwicklung. Und nicht zuletzt die Modellvielfalt. Mit fünf verschiedenen Karosserievarianten. Mit Drei-, Vier-, Fünf- und Sechszylinder-Motoren. Mit Benzin-, Diesel-, Erdgas-, Elektro- und Hybrid-Antrieb. Mit Schaltgetrieben, Wandler-Automatik oder DSG-Direktschaltgetriebe. Und schließlich mit Front- oder Allradantrieb. Vier Modelle haben in der Golf-Familie immer wieder eine Sonderstellung eingenommen: Das Cabrio, das beliebte Sondermodell Rabbit, der Golf Country als Vorläufer der SUV´s und natürlich der GTI, der die Herzen von sportlichen Autofans nach wie vor höher schlagen lässt. Hatte der erste GTI für heutige Verhältnisse noch schlappe 112 PS, so versammeln sich unter der Haube des aktuellen Topmodells GTI Performance 240 PS. Der ultimative Top-Athlet der Baureihe ist natürlich der Golf R, der seine 310 PS via Allradantrieb auf den Asphalt brennt.Dass es jemals einem anderen Auto gelingen könnte, 40 Jahre lang ununterbrochen an der Spitze der Verkaufs-Hitparade zu stehen, darf bezweifelt werden. Ein Rekord für die Ewigkeit also? VW stellt permanent die Weichen, damit die beispiellose Erfolgsgeschichte weitergehen kann. Und der heimische Importeur Porsche Austria zaubert schon den nächsten Hasen aus dem Hut. Einen „Jubiläumshasen“ mit besonders reichhaltiger Ausstattung und einem Preisvorteil von bis zu 2814 Euro. Der „Golf Rabbit 40“ startet bei 21.290 Euro




Kommentieren


Schlagworte