Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.06.2018


Test

Neuer Q8: Audi und die achte Dimension

Mit dem neuen Q8 liefert die Vier-Ringe-Marke aus Bayern ein Meisterstück ab. Das erste SUV-Coupé der Ingolstädter ist ein echter Design-Knaller, der spontan Begehrlichkeiten weckt.

© AUDI AGEnde Juli kommt Audis neue SUV-Spielart auf den Markt.



Von Walter Schrott

Shenzhen – Lange hat Audi gewartet, jetzt ist er da: In der chinesischen Hightech-Metropole Shenzhen, gleich um die Ecke bei Hongkong, rollte der neue Q8 in einer bombastischen Ton- und Laser-Show und begleitet vom Auftritt des neuen US-Popstars Daya erstmals vor den Vorhang. So etwas mögen die Chinesen, und die sollen Audis erstem SUV-Coupé ja auch gleich mit Haut und Haar verfallen. Das wird ganz sicher klappen, denn der Q8 ist ein absoluter Eyecatcher, nach dem man sich nicht nur einmal umdreht. Da setzen die Ingolstädter den Münchner und Stuttgarter Kollegen einen echten Design-Knaller vor die Nase.

Von der Bezeichnung her müsste der Q8 eigentlich größer sein als der Q7. Aber vielleicht will man mit der 8 ja die chinesische Glückszahl in Audis wichtigstem Einzelmarkt ins Spiel bringen. Tatsächlich ist er um 66 Millimeter kürzer, dafür aber um 27 Millimeter breiter um und 30 Millimeter flacher als der Bruder. Und diese Proportionen haben es in sich. Geduckt präsentiert sich der Viertürer, mit stilistischen Anklängen an den Ur-Quattro und sprungbereit wie eine Raubkatze. Und er scheint schon in Bewegung, auch wenn er noch steht.

Der breite Achteck-Kühlergrill ist künftig Merkmal aller Q-Modelle. Schmale Scheinwerfer, große Lufteinlässe, kurze Überhänge, eine abfallende Dachlinie und ein muskulös-sinnliches Heck mit durchgehendem Leuchtenband verschmelzen zu einer Skulptur auf Rädern. Rahmenlose Türen unterstreichen zusätzlich noch den Coupé-Charakter. So dynamisch, sportlich und zugleich elegant tritt keiner seiner Konkurrenten auf. Und mit der Anmutung eines viertürigen Coupés und der Vielseitigkeit eines großen SUV bringt der Q8 zwei Welten unter einen Hut. Wobei mit 254 Millimetern Bodenfreiheit auch Abstecher in asphaltfreie Gefilde kein Problem sind, in der Praxis aber kaum stattfinden werden. Platz gibt es reichlich und trotz des Coupé-Charakters ist auch im Hinterstübchen erstaunliche Kopffreiheit geboten. Damit der Q8 auch als Familienauto durchgeht, hat man ihm einen üppigen Kofferraum mit 605 Litern Fassungsvolumen angehängt – bei umgelegten Rücksitzlehnen 1755 Liter.

Das Cockpit mit dem zweistöckigen MMI Touch Response Display kennt man aus dem neuen A8. Damit wurden diverse Knöpferl und Schalter in Pension geschickt und der Digitalisierung der Weg geebnet. Und dass der Q8 in Sachen Vernetzung alle Stückln spielt, versteht sich von selbst.

Unter der rassigen Hülle verbirgt sich der Plattform- und Technikspender Q7, inklusive aller bekannten Assistenzsysteme. Der bewährte Quattro-Allradantrieb schickt das Antriebsdrehmoment standardmäßig im Verhältnis 40:60 auf Vorder- und Hinterachse. Bei Bedarf wird die Kraft großteils auf die Achse mit der besseren Traktion geleitet. Serienmäßig ist ein Fahrwerk mit Dämpferregelung verbaut, optional gibt es eine Luftfederung mit komfortabler oder sportlicher Abstimmung. Ebenfalls im Programm: Eine Allradlenkung, die die Agilität noch deutlich steigert. Serienmäßig rollt der Q8 auf 19-Zoll-Rädern, bis 22 Zoll sind möglich.

Auf den europäischen Märkten startet das SUV-Coupé mit dem 3.0 TDI. Der V6-Diesel leistet 286 PS und wuchtet 600 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle. Den 100er-Sprint erledigt er in 6,3 Sekunden, bei 232 km/h endet der Vortrieb. Anfang 2019 folgen ein 3.0-Diesel mit 231 PS und ein 3.0-TFSI-Benziner mit 340 PS. Für die Kraftübertragung ist immer eine Achtstufen-tiptronic zuständig. Marktstart ist Ende Juli, Preise sind noch nicht bekannt.




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