Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.06.2018


Test

Ein auf sportlich getrimmter Kasten

Škodas frischer Bestseller Kodiaq versteht sich auf Wunsch auch als dynamisch – zumindest in optischer Hinsicht, dank der Ausführung SportLine.

© HöschelerDie rote Lackierung und schwarze Designelemente ergänzen sich beim Kodiaq SportLine.



Von Markus Höscheler

Ampass – Nackte Zahlen betrachtend würde es dieses Derivat kaum brauchen, denn Škoda verkauft derzeit praktisch alles, was es herstellt. Nicht umsonst belegt die VW-Tochtermarke in der heimischen Zulassungsstatistik den zweiten Platz. Der Octavia und der Fabia rennen praktisch von selbst, der Karoq, ein Kompakt-SUV, ist nahezu sensationell angelaufen – und der größere Kodiaq befindet sich immerhin auf dem internen vierten Rang. Um dem einen oder anderen Kunden etwas mehr Zusatznutzen zu stiften, haben die Tschechen Abkömmlinge kreiert. Schon länger bekannt sind die Scout-Derivate, relativ frisch sind die SportLine-Ausführungen. Beide Spielarten fanden sich nun auf Kodiaq-Basis im TT-Testfuhrpark ein. An dieser Stelle besprechen wir das SportLine-Modell, das sich in Szene zu setzen weiß.

Ist der Kodiaq schon generell, trotz seines eher kastenförmigen Auftritts, ein recht ansehnliches Sport Utility Vehicle in Midsize-Ausführung, kommen ihm die schwarzen Design-Elemente zugute. Vor allem der einschlägig gehaltene Kühlergrill verschafft dem Fahrzeug eine beeindruckende Erscheinung – in Korrespondenz mit der hier gewählten roten Lackierung. Ins Auge stechen außerdem die in Schwarz gehaltenen Außenspiegelgehäuse und die Kunststoffleiste vorne, unterhalb des Kennzeichens. Ebenfalls schwarz ausgeführt sind die Dachreling und die Seitenfensterumrandung. Die 19-Zoll-Leichtmetallfelgen Triglav ergänzen die athletische Optik. Innen gibt es Sportsitze und ein Dreispeichen-Lederlenkrad mit der passenden Bezeichnung „Supersport“.

Alles nur Blendwerk? Mitnichten, und schon gar nicht, wenn der 190 PS starke Zweiliter-Turbodiesel unter der Motorhaube die Antriebskraft bereitstellt. Ab 1750 Umdrehungen stehen 400 Newtonmeter maximales Drehmoment parat – mehr als genug, um den 1,8 Tonnen schweren, 4,7 Meter langen Wagen in 8,8 Sekunden von null auf 100 km/h zu beschleunigen. Das Fahrwerk lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen, zumal 4x4 für diese Motor-Getriebe-Kombination (Sieben-Gang-Doppelkupplung) ab Werk vorhanden ist. Die Lenkung arbeitet leichtgängig, auch im Sportmodus. Mit dem Verbrauch von 6,7 Litern je 100 Kilometer brauchen wir uns nicht zu verstecken, zumal trotz der sportlichen Ausstrahlung der Nutzwert des Kodiaq in den Vordergrund rückt. So steht uns eine dritte Sitzreihe zur Verfügung, außerdem ein Ladeabteil, das mehr als zwei Kubikmeter Fassungsvermögen (bei Bedarf) anbietet. Damit wird deutlich, dass der SportLine auf alle Fälle in der Lage ist, sperriges Sportgerät zu transportieren.

Die Schattenseite des Angebots erwartet uns auf der Preisliste – der Testwagen entspricht einem Wert von 57.826,40 Euro. Das sind Tarifregionen, die Škoda früher gemieden hat. Aber das waren Zeiten, als Škoda noch nicht auf dem zweiten Platz in der Zulassungsstatistik residierte und mit Sport Utility Vehicles, abseits des schon eingestellten Yeti, wenig am Hut hatte.

Lichtdurchflutet dank eines großzügig gestalteten Panoramaglasdachs: der Škoda Kodiaq SportLine.
- Höscheler

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum: 1968 ccm

Drehmoment: 400 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 140 kW/190 PS

L/B/H: 4699/1882/1685 mm

Gewicht: 1795/2510 kg

Kofferraumvolumen: 270–2005 l

Tankinhalt: 60 l

Höchstgeschwindigkeit: 209 km/h

0–100 km/h: 8,8 Sekunden

Verbrauch: 6,7 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 57.826,40 Euro

CO2-Emission: 151 g/km




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