Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 14.07.2018


Test

Eroberer nahm sich Auszeit für Modernisierung

Vor ein paar Jahren war ein Kompaktvan für BMW noch undenkbar, inzwischen dient der Active Tourer vor allem dem Neukundenfang.

© HöschelerModerate Modellpflege: BMW überarbeitete den 2er Active Tourer zurückhaltend.



Sautens – Nur allzu gerne schreiben wir von einer zurückhaltenden Modellpflege, wenn BMW ein Facelift ankündigt. Nichts anderes liegt eigentlich auf der Hand bei der Betrachtung des frisch modifizierten 2er Active Tourers, des 4,35 Meter langen Kompaktvans der Münchner. Dabei müsste schon die Außenlackierung eigentlich als Revolution herhalten, denn Sunset Orange, so anhaftend am Testwagen, gab es zu vor noch nicht für die Modellreihe, also auch nicht für den 218d xDrive, der für kurze Zeit Bestandteil der TT-Testwagenflotte war.

Bei genauerer Betrachtung fallen dann weitere Veränderungen auf, etwa beim Doppelnieren-Kühlergrill und beim Leuchtendesign. Nennenswerte Fortschritte gibt es jedenfalls in technischer Hinsicht, eine Empfehlung verdienen beispielsweise die adaptiven LED-Scheinwerfer, die als Option im Katalog zu finden sind. Beachtenswert sind außerdem die Anpassungen beim Motorenportfolio, die auch den Zweiliter-Vierzylinder-Turbodiesel des Testwagens erfassten. Zwei Turbolader sorgen für eine effiziente Beschleunigung, zwei Abgasnachbehandlungssysteme (NOx-Speicherkat und SCR) machen sich für die Reduktion der umstrittenen Stickoxide stark. Fix an Bord ist folglich ein Tank für die AdBlue-Harnstofflösung, die der Verminderung der Schadstoffe dient.

Allem Augenmerk der Umweltfreundlichkeit zum Trotz bleibt sich BMW treu, was das Thema Fahrfreude anbelangt. Der 2er Active Tourer ist immer noch ein Unikat im Kompaktwagensegment, was seine direkt-präzise Lenkung und sein unkompliziert agierendes Fahrwerk anbelangt. Dass der 218d xDrive sicher zu fahren ist, liegt nicht nur am Können der Ingenieure, sondern auch am Einbau einiger Fahrerassistenzsysteme und an der Verwendung des traktionssicheren xDrive-Allradantriebs.

Die Kehrseite des Familienfahrzeugs? Die findet sich nicht am Datenblatt, sondern in der Preisliste. Der hervorragend ausgestattete Testwagen kratzt ganz knapp an der 60.000-Euro-Marke. Trost spendet die Einsicht, dass es günstigere Einstiegsmodelle gibt – und zwar ab 29.350 Euro (102-PS-Benziner). (hösch)




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