Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.10.2018


Test

Citroëns Cactus verliert die Stacheln

Der neue Citroën C4 Cactus präsentiert sich deutlich gefälliger als bisher. Vor allem das Design sorgt für frischen Wind. Der Neue weiß aber auch, wie man seine Insassen verwöhnt.

© Letzner



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Der Citroën Cactus hat die Massen bisher polarisiert: Zwar erntete der kompakte Franzose aufgrund der auffälligen Kunststoffbeplankung recht viel Aufmerksamkeit, gefallen hat das aber nicht jedem. Offenbar wollte man die Massen nicht mehr derart polarisieren, weshalb die Designer die Bumper des Vorgängers abmontierten und nur noch in den Flanken der Türen andeuteten. Das Ziel war, den C4 Cactus eleganter werden zu lassen und als wir unseren Testwagen das erste Mal umrundeten, war unser Fazit: deutlich gefälliger als bisher.

Wer den Innenraum des kleinen Cactus das erste Mal sieht, der weiß, wie sich der Inhalt einer Gucci-Handtasche fühlt. Die Optik des Armaturenbrettes, der Türen und der komfortablen Polster erinnert nämlich ein bisschen daran. Überall findet man gekonnt platzierten Schnickschnack, und zwei Kontrastfarben sorgen für den notwendigen Pepp. Jedenfalls fühlt man sich auf Anhieb wohl.

Dass der Franzose nicht nur optisch auf Komfort und Eleganz getrimmt ist, merkt man schon auf den ersten Metern. Vor allem das Fahrwerk fällt sehr weich aus. Die historische Hydropneumatik gehört jetzt zwar der Vergangenheit an, doch gesellen sich zur neuen Federung „Advanced Comfort“ hydraulische Anschläge. Bei leichtem Druck haben Feder und Dämpfer gemeinsam die vertikalen Bewegungen unter Kontrolle und benötigen die Hilfe der hydraulischen Anschläge nicht. Dennoch konnten die Ingenieure damit einen größeren Federweg erzielen, weshalb sich der Cactus wie ein „fliegender Teppich“ fährt, der im wahrsten Sinne des Wortes über alle möglichen Fahrbahnunebenheiten „schwebt“.

Wem das alleine noch nicht genug Komfort ist, der sollte zu der von uns getesteten Essence-PureTech-Motorisierung samt sechsstufigem Automatikgetriebe EAT 6 greifen. Dass der 1,2-Liter-Dreizylinder mit seinen 110 PS keine Rakete ist, merkt man schon anhand der stammtischrelevanten Zahlen auf dem Papier. Und dennoch, wer einfach nur flott, bequem und sparsam vorankommen will, der ist mit dem Gespann recht gut bedient. Der Benziner klappert dezent kernig mit seinen drei Brennkammern, legt agil los und dreht munter und quirlig durchs Drehzahldickicht.

Außerdem bietet der C4 allerhand Assistenzsysteme für entspanntes, sicheres Fahren im Alltag. Beispielsweise erkennt das System „Active Safety Brake“ Gefahrensituationen und bremst anstelle des Fahrers ab. Hierfür überwacht und erkennt eine Multifunktionskamera alle möglichen Hindernisse. Das alles bekommt man zu einem vernünftigen Preis. Der von uns getestete Dreizylinder ist in der üppigen Shine-Ausstattung ab 25.445 Euro zu haben.

Die Technik

Motor: Dreizylinder-Benziner

Hubraum: 1199 ccm

Drehmoment: 205 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 81 kW/110 PS

L/B/H: 4170/1714/1480 mm

Gewicht: 1135/1600 kg

Kofferraumvolumen: 358 l

Tankinhalt: 50 l

Höchstgeschwindigkeit: 188 km/h

0–100 km/h: 10,9 Sekunden

Verbrauch: 6,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: 25.445 Euro

CO2-Emission: 105 g/km




Kommentieren


Schlagworte