Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.02.2019


Test

Ein selten günstiges Rundum-sorglos-Paket

5,15 Meter lang ist der Starex von Hyundai, hat Platz für acht Personen und jede Menge Gepäck.

© Höscheler5,15 Meter lang ist der Starex von Hyundai, hat Platz für acht Personen und jede Menge Gepäck.



Einen Preisknüller darf man ihn schon nennen, den Starex von Hyundai. Die Großraumlimousine kam üppigst ausgestattet für eine kurze Weile in den TT-Fuhrpark und überraschte mit dem Preisschild. Samt und sonders wollen Hyundai-Händler für den voll ausgestatteten Wagen 40.840 Euro. Das ist für sich eine Menge Geld, nicht jedoch für diese Fahrzeuggattung. Konkurrenten verlangen für entsprechendes Equipment-Niveau gut und gerne das Doppelte, allenfalls das Eineinhalbfache.

Falls nun der Verdacht aufkommt, die Koreaner hätten uns mit einer Rumpelkiste samt aufgestellten Bierbänken als Sitzgarnitur hingestellt, so müssen wir entgegenhalten. Lederbestuhlung war angesagt, und das auf allen drei Sitzreihen. Vorne half uns ein sieben Zoll kleiner Touchscreen beim Bedienen des Infotainmentsystems samt Navigation, auch eine Zweizonen-Klimaautomatik sollte sich winters bezahlbar machen. Eine Rückfahrkamera erleichtert das Rangieren, obwohl die kantigen Abmessungen des Starex und seine großen Fensterflächen in dieser Sache ohnehin von Vorteil sind.

Großzügig fallen die Kopf- und Beinfreiheit für alle acht Insassen aus — bei einem Fahrzeug mit einer Länge von 5,15 Metern kein Wunder. Selbst bei Vollauslastung kann eine mehrwöchige Reise angedacht werden, denn das Ladeabteil offeriert wenigstens 842 Liter Stauvolumen. Seitliche Schiebetüren und eine leicht bedienbare Heckklappe sind weitere Komfortelemente des Starex.

Beim Fahren überzeugen eine leichtgängige Lenkung, ein einigermaßen gut abgestimmtes Fahrwerk und eine bequem agierende Fünfstufen-Automatik. Kein Temperamentbündel ist der 2,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel, der zwar über ein achtbares Drehmoment verfügt (441 Nm ab 2000 Touren), ebenso über ausreichend Pferdestärken (170 PS), aber es immerhin mit einem 2,3-Tonner aufnehmen muss. 14,4 Sekunden vergehen, bis Tempo 100 km

h erreicht ist. Wobei das nicht viel ausmachen dürfte: Wer mit einer Großfamilie unterwegs ist, wird wohl kaum im Sinn haben, einen neuen Streckenrekord zu schaffen.

Mitunter nachteilig auswirken kann sich das technische Arrangement in einem schnee- und eisreichen Winter. Das Seefelder Plateau machte es dem Hecktriebler beispielsweise nicht leicht und ließ den Wunsch aufkommen, den Starex doch bitte mit einem Allradantrieb auszurüsten. Genau das lässt sich werksseitig nicht einrichten — das wäre ja schließlich noch der Hammer neben dem Preisknüller gewesen. (hösch)