Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 09.02.2019


Test

Hondas Sonnenschein für alle Wetterkapriolen

Der 1,5-Liter-Turbobenziner lässt in den meisten Fahrsituationen verschmerzen, dass es für den CR-V keinen Diesel mehr gibt.

Es fällt schwer, am CR-V etwas auszusetzen: Er sieht adrett aus, er hat viel Platz, fährt sich ausgewogen und brilliert mit reichlich Technik.

© HöschelerEs fällt schwer, am CR-V etwas auszusetzen: Er sieht adrett aus, er hat viel Platz, fährt sich ausgewogen und brilliert mit reichlich Technik.



Von Markus Höscheler

Imst – Verzicht lässt sich üben, am besten mit einem CR-V von Honda: Das Kompakt-SUV, seit wenigen Monaten in der fünften Generation im Handel, muss einen radikalen Wandel vollziehen, denn der japanische Hersteller möchte sich über kurz oder lang von Dieselmotoren verabschieden. Während der Civic von dieser Managementmaßnahme vorerst verschont bleibt, trifft es den 4,6 Meter langen CR-V voll: Der Ölbrenner bleibt draußen, jede Menge Technik dagegen nicht. Das neue Modell strotzt vor innovativem Innenleben und kann nebenbei stolz sein auf den verbauten 1,5-Liter-VTEC-Turbobenziner.

Der aufgeladene Vierzylinder weiß mit guten Manieren aufzuwarten, auch an Leistung mangelt es ihm nicht: 193 PS stehen ihm und den CR-V-Nutzern zur Verfügung, wenn es in der Kombination Allrad und eine Automatik geben darf und muss. Der Übersetzungsmechanismus mag hierzulande nicht die größte Fangemeinde haben, er lässt sich auf die Abkürzung CVT reduzieren. Damit ist ein stufenloses Getriebe gemeint, das viele Nutzer hierzulande für gewöhnungsbedürftig halten (in anderen Regionen hingegen erfreut sich die CVT-Technik größter Beliebtheit), weil die erlebte Kraftentfaltung und die gehörte Schallentwicklung nicht immer einen Parallellauf vollziehen. In der hier gefahrenen Variante mühen sich die einbezogenen Steuergeräte aber redlich ab, nervendes Geheul bleibt aus. Die Beschleunigung erlebten wir als passend – und auch als recht zügig: Zehn Sekunden vergehen, bis der 1,7-Tonner von null auf 100 km/h sprintet. Bei Berg- und Talfahrten können sieben verschiedene Gänge „simuliert“ werden, um zum Beispiel eine situationsgerechte Motorbremse zu aktivieren.

Ganz allgemein meistert der CR-V die vorgegebenen Alltagssituationen fast schon meisterlich: Die Lenkung ist mit Präzision bewehrt; das Fahrwerk verfügt über die richtige Abstimmung zwischen ausreichend straff und komfortabel; und wenn es der Fahrer übertreibt, dann maßregeln die technischen Helferlein, um Unangenehmes zu verhindern. Hilfreich ist beispielsweise das ausfahrbare Head-up-Display, das mit wesentlichen Fahrinformationen seine Existenzberechtigung nachweist. Nützlich erweisen sich bei langen Fahrten der adaptive Tempomat und das Kollisionswarnsystem, geteilter Meinung hingegen sind wir beim aktiven Spurhalteassistenten, der mit Lenkeingriffen arbeitet. Der ist gelegentlich übereifrig – wie wir es auch von einigen Konkurrenten kennen.

Eifrig waren auch die zuständigen Fahrzeugentwickler hinsichtlich der Gestaltung des Innenraums: Eine der traditionellen Stärken des CR-V früherer Generationen war das Raumangebot, auch im Nachfolger kommt dieses zum Tragen: Vorne wie hinten gibt es Kopf- und Beinfreiheit fast schon im Übermaß, hinzu kommt ein Ladeabteil mit großzügigem Stauvolumen: Dieses reicht von 561 bis 1756 Liter. Theoretisch könnte dies minimiert werden durch die Installation eines (entbehrlichen) Panoramaglasdachs und das Anbringen einer (mitunter sinnvollen) dritten Sitzreihe. Eine solche gibt es erstmals für das Kompakt-SUV von Honda.

Diese letztgenannte Einrichtung hatten wir im Testwagen nicht, dennoch wies er einen stattlichen Wert von 48.139 Euro aus. Die Allradkomponente sowie zahlreiche Sicherheits- und Komfortdienste sind dabei berücksichtigt. Dabei würde die Preisliste des neuen CR-V schon bei 30.990 Euro beginnen, allerdings nur in Verbindung mit einem Frontantrieb. Übrigens: Bald lieferbar wird der Honda CR-V mit Hybridantrieb sein – natürlich ist auch er ein Benziner.




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