Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.02.2019


Test

Renaults Alpine für jeden Tag

Der nun vierte Mégane R.S. ist mit dem Motor der neuen Alpine und Allradlenkung eine der schärfsten kompakten Fahrmaschinen am Markt. Trotzdem bleibt er voll alltagstauglich.

Verbreiterte Kotflügel, Renault-F1-Frontspoiler und Heckdiffusor kennzeichnen den R.S. Orange Tonic passt zum scharfen Auftritt.

© Reinhard FellnerVerbreiterte Kotflügel, Renault-F1-Frontspoiler und Heckdiffusor kennzeichnen den R.S. Orange Tonic passt zum scharfen Auftritt.



Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Die Abteilung Renault Sport hat beim Hersteller mit dem Rhombus Tradition. In der Formel 1 bewegt sich Renault ja schon seit Jahrzehnten, letztes Jahr überraschten die Franzosen zudem mit einer Neuauflage des puristischen Sport­wagens Alpine, die sogar arrivierte Sportwagenhersteller aufhorchen ließ. Schon seit Jahren bedient Renault auch die Klasse der so genannten Hot Hatches (extrem gut motorisierte Kompaktwagen) mit dem Mégane R.S.

Mit dem neuen Modell war es Zeit für die vierte Generation. Während frühere R.S.-Modelle oft Spaßmacher mit gnadenloser Sportlichkeit in Fahrwerksabstimmung und Auspuffanlage waren, hat Renault das Menü diesmal feiner abgeschmeckt.

So setzt der Neue bei Fahren sogar noch mehrfach eines drauf. Schließlich bietet er dank einer in dieser Klasse einmaligen Allradlenkungen eine regelrecht betörende Wendigkeit. Enge Kurven und Slaloms meistert der Mégane in der Akribie eines Sportwagens. Dabei krallten sich die Vorderräder geradezu in den Asphalt. Dies ist umso erstaunlicher, da unter der Haube des R.S. das Aggregat der neuen Alpine werkt. Ein Ausbund an Kraft und Drehfreude. 280 PS paaren sich mit 390 Newtonmetern zu einer Beschleunigung von 5,8 Sekunden auf 100 km/h. Im TT-Testwagen erledigte das knackig zu schaltende Sechsganggetriebe die Schaltwechsel. Schön sportlich. Eigentlich kann man sich die 1900 Euro Aufpreis für das Doppelkupplungsgetriebe sparen. Es überzeugt zwar während der Fahrt, ruckelt aber gern mal beim Anfahren.

Toll gelöst: Trotz seiner schon extremen Sportlichkeit ist der neue R.S. ein toller Alltagsracer geworden. Überraschend dabei der Federungskomfort. Angenehm, dass der Motorsound ungemein gut klingt, aber nicht mit aggressiver Lautstärke nervt. So eignet sich dieser Mégane sogar für eine R.S.-Spritztour nach Wien – legale Radarwarner können auf der Reise helfen. Vorzugsweise zu zweit, denn wohl aufgrund der ungemein guten Alcantara-Sportsitze ist die Beinfreiheit hinten etwas eingeschränkt. Auch der Kofferraum fasst im R.S.-Trimm nur noch 294 Liter.

Der R.S. verwöhnt innen mit Top-Sitzen und Alcantara-Ausstattung.
Der R.S. verwöhnt innen mit Top-Sitzen und Alcantara-Ausstattung.
- Reinhard Fellner

Dabei ist der R.S. einer der wenigen Hot Hatches, die den Spagat zwischen schräg und Alltag beherrschen. Da lässt man es um 37.590 Euro gerne täglich krachen.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1798 ccm

Drehmoment: 390 Nm bei 3200 U/min

Leistung: 205 kW/280 PS

L/B/H: 4364/1875/1435 mm

Gewicht: 1447/1930 kg

Kofferraumvolumen: 294–1247 l

Tankinhalt: 49,7 l

Höchstgeschwindigkeit: 255 km/h

0–100 km/h: 5,8 Sekunden

Verbrauch: 8,8 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: 37.590 Euro

CO2-Emission: 176 g/km




Kommentieren


Schlagworte