Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 23.02.2019


Auto-Test

Cupra Ateca: Entfesseltes Energiebündel

Die Marke Cupra ist zwar eine reine Kopfgeburt, ihr Vorzeigezögling Ateca löst jedoch Emotionen aus – dank starker Maschine, straffer Abstimmung und feinem Interieur.

Auffällige Felgenzeichnung, ein nicht minder auffälliges Cupra-Logo und eine ansehnliche Karosserieform zeichnen den Cupra Ateca aus.

© HöschelerAuffällige Felgenzeichnung, ein nicht minder auffälliges Cupra-Logo und eine ansehnliche Karosserieform zeichnen den Cupra Ateca aus.



Von Markus Höscheler

Rum – Jahrelang war Seat ein geprügeltes Kind innerhalb des Volkswagen-Konzerns, immerzu schrieb der iberische Autohersteller Verluste, obwohl er von der technischen und ökonomischen Kompetenz Wolfsburgs profitieren konnte. Inzwischen jedoch haben die Katalanen eine Umkehr geschafft, sind in der Gewinnzone und stolzieren von einem monatlichen Absatzrekord zum anderen. Das findet in einer Zeit statt, in der einige Schwestermarken ins Straucheln geraten sind und zurückgehende Auslieferungszahlen zu beklagen haben, allen voran Volkswagen selbst, auch Audi und Porsche. Seat jedoch strotzt vor Selbstbewusstsein und leistet sich eine Zusatzmarke, abgeleitet von den früheren sportlichen Topversionen Cupra. Damit signalisiert Seat immer noch Dynamik pur, allerdings nach außen hin unabhängiger als zuvor. Nach innen bleibt jedoch vorläufig Folgendes zu konstatieren: Es steckt besonders viel Seat in den Cupra-Modellen, auch und vor allem im Ateca. Zwar gaben sich die zuständigen Designer Mühe, ein kraftvolles Logo an verschiedenen Stellen zu platzieren, etwa auf dem Lenkrad und mittig im Kühlergrill – doch die Karosserie und viele technische Details sind untrennbar mit der Ateca-Basis und somit auch mit dem konzernweit verbreiteten modularen Querbaukasten (MQB) verbunden.

Ein volldigitales Instrumentarium liefert die wichtigsten Fahrzeuginformationen, das Cupra-Logo schmückt das Lenkrad.
Ein volldigitales Instrumentarium liefert die wichtigsten Fahrzeuginformationen, das Cupra-Logo schmückt das Lenkrad.
- Höscheler

Gleichwohl gibt es Unterschiede: Einen davon liefert der aufgebohrte Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner, der sich mit 300 PS und 400 Newtonmetern maximalem Drehmoment gekonnt in Szene setzt. Eine Doppelkupplung schaltet sich in die Kraftübertragung ein, ebenso serienmäßig der Allradantrieb 4Drive. Damit gesichert sind rasche Stufenwechsel und anhaltende Traktions – sowie eine zügige Beschleunigung. Lediglich 5,2 Sekunden vergehen, bis der 1,6-Tonner von null auf 100 km/h beschleunigt, bis zu 247 km/h schnell kann er fahren. In Kurven zeigen sich die Vorteile der eher straffen Abstimmung, während der restlichen Fahrt können sich die Insassen nicht sattsehen am hochwertig gestalteten volldigitalen Instrumentarium, am passgenauen Sitzgestühl und der Qualität der verwendeten Materialien.

Die Kehrseite des Cupra Ateca findet sich im Tarif, denn für den Testwagen allein sind 57.325,01 Euro fällig. Dafür erhält der Käufer zwar einen hochbauenden, energiegeladenen Sportwagen, aber eben auch in der Gestalt eines 4,38 Meter langen Kompakt-SUV, ambitioniert eingepreist.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1984 ccm

Drehmoment: 400 Nm bei 2000 U/min

Leistung: 221 kW/300 PS

L/B/H: 4376/1841/1601 mm

Gewicht: 1632/2150 kg

Kofferraumvolumen: 485–1579 l

Tankinhalt: 55 l

Höchstgeschwindigkeit: 247 km/h

0 – 100 km/h: 5,2 Sekunden

Verbrauch: 11,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 57.325,01 Euro

CO2-Emission: 168 g/km




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