Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 02.03.2019


Test

Ein Profi für die Profis

Citroën hat seinem beliebten Kasten – dem Berlingo Kastenwagen – für das heurige Modelljahr ein Update spendiert. In unserem Test weiß das vielseitige Arbeitstier mit pfiffigen Extras zu überzeugen.

Der Citroën Berlingo sieht nicht nur schick aus, er kann auch richtig anpacken.

© LetznerDer Citroën Berlingo sieht nicht nur schick aus, er kann auch richtig anpacken.



Von Lukas Letzner

Innsbruck – Die Geschichte des Renault Berlingo Kastenwagen ist eine beeindruckende, die im Jahre 1928 mit dem Citroën C4 Kastenwagen ihren Ursprung nahm. 1950 wird schließlich der berühmte 2 CV vorgestellt, der erstmals auch als reine Nutzfahrzeugversion die Herzen der Handwerker eroberte und sich zum absoluten Klassiker entwickelte. 28 Jahre später wird der 2 CV vom Citroën Acadiane abgelöst. Der Durchbruch gelang schließlich in den 80er-Jahren. Der legendäre Citroën C15 verkaufte sich in 22 Jahren mehr als 1,2 Millionen Mal (man beachte, dass es die 80er waren). Das zweite revolutionäre Arbeitstier ist der Renault Berlingo, der ab 1996 vom Band rollte. Er rollte in derselben Zeit mehr als 1,5 Millionen Mal in die Garagen der europäischen Handwerker. Wir durften kürzlich die dritte Generation zum Test begrüßen.

Dass so ein Kasten nicht mehr nur einfach seine Arbeit verrichten soll, sondern auch noch ordentlich aussehen muss, zeigt der Berlingo gekonnt. Der neue unterscheidet sich von seinem Vorgänger vor allem durch die Frontscheibe, die sich stärker neigt. Das gelingt durch die höhere und gleichzeitig kürzere Motorhaube. Zudem wurden die Scheinwerfer verbreitert und die gesamte Front etwas versachlicht. Alles in allem steht dem Berlingo sein neues Gewand richtig gut und sein Auftritt ist nun etwas wuchtiger als vorher.

Im Innenraum ist zwar immer noch das harte Plastik das Material der Wahl, doch man fühlt sich auf Anhieb wohl. Jedes auch noch so erdenkliche Arbeitsmittel lässt sich dank üppiger und großer Ablagen im Handumdrehen verstauen. Die Armaturen sind – wie beim Vorgänger – klar und übersichtlich gezeichnet, außerdem fährt dank Multimediasystem ein Navi und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit. Äußerst praktisch fanden wir die Kamera am Heck unseres Berlingo. Dort, wo normalerweise der Rückspiegel ist, wurde über ein Display der Blick nach hinten ermöglicht. Das an sich ist noch nicht so aufregend, wenngleich es beim Rangieren denkbar hilfreich war. Das Praktische dabei ist, dass man auch während der Fahrt sieht, was hinter einem passiert. Außerdem konnte man per Knopfdruck einen Blick in den toten Winkel der Beifahrerseite werfen. Angetrieben wurde unser Berlingo von einem Vierzylinder-Diesel. Selbst in beladenem Zustand hat der Antrieb keine Schwierigkeiten damit, den Berlingo manierlich vom Fleck zu bewegen. Zwar dringen die Schläge tiefer Querrillen nach wie vor zu den Insassen durch, dennoch rollt der neue deutlich komfortabler durch die Gassen.

Das Wichtigste ist aber sicher der Laderaum. Wir durften für unseren Test auf die XL-Variante des praktischen Franzosen zurückgreifen. Auf einer Länge von 4,75 Metern standen uns deshalb 3,9 m³ Stauraum (bei einer Laderaumlänge von 2167 mm und einer Laderaumhöhe von 1200 mm) zur Verfügung, die sehr einfach durch zwei seitlich aufschwenkende Flügeltüren zu erreichen waren. Praktische Ösen am Boden und an den Seitenwänden erleichtern das Festzurren von schweren Gegenständen. Apropos schwere Gegenstände: Bei Bedarf kann man 780 Kilogramm zuladen.

Wer also einen komfortablen Alleskönner sucht, der sollte jedenfalls einen Blick auf den Citroën Berlingo Kastenwagen werfen. Zu haben ist der Franzose bereits ab 14.900 Euro. Für das von uns getestete Arbeitstier sollte man 20.050 Euro am Konto haben.




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