Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.04.2019


Test

Renegade: Kleinster Jeep, ganz robust

Mit der Trailhawk-Ausrüstung lässt sich der Renegade auch auf abenteuerliche Weise im Gelände fortbewegen – Straßen-alltagstauglich ist er ohnedies.

Mit der Trailhawk-Ausstattung verfügt der Jeep Renegade über Allrad, Untersetzungsgetriebe und fünf Fahrmodi.

© HöschelerMit der Trailhawk-Ausstattung verfügt der Jeep Renegade über Allrad, Untersetzungsgetriebe und fünf Fahrmodi.



Von Markus Höscheler

Hohenems – Der leichte Spaß könnte schon mit 21.350 Euro losgehen – dann liefert Jeep einen Renegade, ordentlich motorisiert mit einem 120 PS starken Benziner, allerdings beschränkt auf Vorderrad­antrieb und Basisbestückung. Wer das Doppelte für einen Renegade hinlegen kann, der hat natürlich mehr vom subkompakten Jeep: Dann gibt es einen leistungsstarken, durchzugskräftigen Zweiliter-Turbodiesel, einen hochkomplexen Allradantrieb, fünf Fahrmodi und jede Menge Sonderausstattung.

Die Rede ist von der höchsten Ausstattungsebene Trailhawk. Wer sich darauf einschießt, der muss sich darüber im Klaren sein, dass sie nur lieferbar ist mit dem 170 PS starken Selbstzünder und mit einer serienmäßig eingebauten Neunstufenautomatik. Allein dieses Duo arbeitet für sich schon recht harmonsich miteinander, auch wenn der Ölbrenner ab und an sein­e technische Bauart nicht ganz verbergen kann. Zügig geht es voran – und damit die Traktio­n nicht zu kurz kommt, verfügt der Renegade Trailhawk über ein ausgefeiltes Allradsystem – es inkludiert Jeep Active Low, gemeint ist damit eine Untersetzung, die ganz langsames „Kriechen“ auf sensiblem Untergrund ermöglicht, mit einem Übersetzungsverhältnis von 20:1. Ebenfalls ein Bestandteil des Renegade-Topmodells ist das Fahrmodus-Programm Selec-­Terrain, das bei Trailhawk fünf anstelle von vier Einstellmöglichkeiten hat, um die Fahrzeugcharakteristik auf den jeweiligen Untergrund zu optimieren. Dem Renegad­e Trailhawk vorbehalten ist dabei der Rock-Modus, also das Befahren von Geröll.

Für das harte Geschäft ist der Renegade Trailhawk also gemacht – aber er hat darüber hinaus softe Talente, dank einer üppigen Ausstattungs-Mitgift: Serienmäßig findet sich eine Zweizonen-Klimaautomatik, das Multimediasystem Uconnect mit einem sieben Zoll großen Touchscreen und Parksensoren rundum an Bord. Als bekömmliche Extras waren in dem uns zur Verfügung stehenden Testwagen außerdem Voll-LED-Scheinwerfer (1123,40 Euro), eine Rückfahrkamera (315,10 Euro), ein Toter-Winkel-Warner (369,90 Euro) und beheizbare Frontsitze (383,60 Euro) sowie das Funktionspaket 2 (808,30 Euro – mit speziellen Ladehilfen) bestückt. Als brauchbar entpuppte sich das Navigationssystem (1438,50 Euro zusätzlich), wenngleich die grafische Darstellung etwas rustikal wirkte.

Interessant bleiben die Dimensionen. Der Renegade wirkt wesentlich größer, als er tatsächlich ist. Lediglich 4,24 Meter Länge sind eine Stärke, wenn es um die Suche nach geeigneten Parkplätzen in überfüllten Innenstädten geht. Das Raumangebot ist besser nutzbar als im technisch identen 500X von Fiat, doch mehr als 1297 Liter lassen sich bei umgelegten Rücksitzlehnen nicht bieten.

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Nun ist der Testwagenpreis von 42.814,90 Euro gleichwohl ein recht stolzer. Wer sich für die kantige Optik interessiert und Allrad fahren möchte, aber mit weniger Ausstattung das Auslangen findet, könnte sich womöglich mit der 140 PS starken Version zufriedengeben. Allrad (ohne Untersetzung), Sechsgang-Handschalter und die zweite Ausstattungslinie Longitude sind dann gesetzt, und zwar ab 29.423,10 Euro.

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum: 1956 ccm

Drehmoment: 350 Nm bei 1750 U/min

Leistung: 125 kW/170 PS

L/B/H: 4236/1805/1684 mm

Gewicht: 1660/2170 kg

Kofferraumvolumen: 351 – 1297 l

Tankinhalt: 55 l

Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h

0 – 100 km/h: 8,9 Sekunden

Verbrauch: 8,2 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Allradantrieb

Preis: 42.814,90 Euro

CO2-Emission: 163 g/km




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